Rekordergebnis: Ströer erzielt Umsatz von über 500 Millionen Euro

Dienstag, 12. April 2011
"Sehr zufrieden": Ströer-Chef Udo Müller
"Sehr zufrieden": Ströer-Chef Udo Müller


Die Ströer Gruppe kann für das Geschäftsjahr 2010 Rekordzahlen vermelden. Der Außenwerber profitierte von der wieder anziehenden Werbekonjunktur in Deutschland und der Vollkonsolidierung des türkischen Joint Ventures Ströer Kentvizyon. Der Umsatz der Kölner Gruppe übersprang erstmals die Marke von 500 Millionen Euro: Mit 531,3 Millionen Euro lagen die Erlöse um 13,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Operational EBITDA stieg um 27,2 Prozent auf 127,3 Millionen Euro. Unter dem Strich steht ein Gewinn in Höhe von 33,2 Millionen Euro (2009: 16,8 Millionen). Durch die Erlöse aus dem Börsengang in Höhe von rund 290 Millionen Euro konnte die Nettoverschuldung um 35,4 Prozent auf 320 Millionen Euro gesenkt werden. Die Eigenkapitalquote beträgt damit nun 30,1 Prozent.

Den Löwenanteil zum Gesamtumsatz trägt nach wie vor der Heimatmarkt bei: Der Umsatz von Ströer Deutschland stieg um 4,2 Prozent auf 409,9 Millionen Euro. Mit einem EBITDA in Höhe von 109,5 Millionen Euro (plus 14,9 Prozent) liefert der Geschäftsbereich auch den größten Beitrag zum operativen Ergebnis. Weiteres Wachstum verspricht sich Ströer in Deutschland vor allem durch digitale Werbeflächen. So wurde im vergangenen Jahr mit dem Aufbau eines bundesweiten Netzes digitaler Werbeflächen begonnen. 200 der größten deutschen Bahnhöfe werden derzeit mit digitalen Bewegtbild-Displays ausgestattet. Bis Ende 2011 will Ströer über ein Netz von rund 1000 digitalen Bildschirmen verfügen, die einen Reichweite von 20 Prozent in der Gesamtbevölkerung erzielen sollen.

In der Türkei hat Ströer seinen Anteil an Joint Venture Ströer Kentvizyon von 50 auf 90 Prozent erhöht. Dadurch stieg der Umsatz um mehr als das Doppelte auf 68,6 Millionen Euro. Auch ohne Konsolidierungseffekte stieg der Umsatz der türkischen Tochter organisch um 36,4 Prozent. Das dritte Segment, das mit der Blow Up-Gruppe das europäische Riesenpostergeschäft und den polnischen Markt umfasst, erzielte einen Umsatz von 52,9 Millionen Euro. Das Plus von 22,6 Prozent in diesem Bereich ist allerdings ausschließlich auf Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte zurückzuführen.

"Wir sind sehr zufrieden, dass alle operativen Geschäftsbereiche zu diesen Rekordzahlen beigetragen haben", kommentiert Udo Müller, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der Ströer Gruppe, die Bilanz: "Mit unseren Investitionen in der Türkei und Polen haben wir uns strategisch überzeugend in Märkten etabliert, die hervorragende Wachstumschancen bieten. Gleichzeitig haben wir ehrgeizige Maßnahmen ergriffen, um die Digitalisierung auch in unserem Segment des Werbemarktes voranzutreiben und den Bereich Out-of-Home im gesamten Werbe-Mix weiter auszubauen."

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Ströer erneut mit einem organischen Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich. Mittelfristig will Müller das Unternehmen im M-Dax platzieren, dem deutschen Börsenindex für mittelgroße Unternehmen, in dem auch Axel Springer geführt wird. Bei der Kapitalisierung erfülle Ströer schon jetzt die Vorgaben der Deutschen Börse. dh
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