Rekord-Defizit: WDR kündigt massiven Sparkurs an

Freitag, 30. Januar 2009
Muss sparen: Monika Piel
Muss sparen: Monika Piel

Die Wirtschaftskrise trifft nicht nur die privaten TV-Sender hart, auch der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat offenbar schwer zu kämpfen. Der bereits im Dezember angekündigte Fehlbetrag von knapp 100 Millionen Euro in der Planung bis zum Jahr 2012 wird sich durch die schwierige Wirtschaftslage noch erhöhen. Dies verkündete Intendantin Monika Piel heute bei der Präsentation des Haushaltsplans 2009. Das Defizit ist ein Negativ-Rekord. Noch nie musste der öffentlich-rechtliche Sender mit einem solch hohen Verlust kämpfen. Auch der Vorsitzende der WDR-Rundfunkrates, Reinhard Grätz, will die Lage nicht beschönigen. "Das sind harte Zahlen", kommentiert er das Defizit. Als Ursache für den Fehlbetrag führt er sinkende Erträge aus den Rundfunkgebühren an. Er bezeichnet es als "billige Polemik", dass die Rundfunkgebühren in diesem Jahr auf Rekordhöhe steigen. Die Gebührenanpassung zum Jahreswechsel bleibe unter der Inflationsrate. Außerdem seien in Nordrhein-Westfalen überdurchschnittlich viele Fernsehzuschauer aufgrund eines niedrigen Einkommens von der Rundfunkgebühr befreit. Darüber hinaus fehlen 2009 große Sportereignisse, weshalb der WDR mit vergleichweise geringen Werbeeinnahmen rechnet.

Angesichts der schlechten Aussichten muss Piel fester auf die Kostenbremse treten. Einsparpotenzial sieht sie in der besseren Abstimmung interner Abläufe. Stellen sollen jedoch nur moderat abgebaut werden. Laut Grätz sollen in diesem Jahr 17 Planstellen und bis 2011 rund 30 Stellen wegfallen. Diese Kürzungen sollen auf keinen Fall zu Lasten der Qualität gehen, betonte Piel. "Trotz des Sparens haben wir sehr viel vor", sagt die Intendantin und verweist auf die Berichterstattung im Superwahljahr und zum 60-jährigen Jubiläum der Bundesrepublik. bn
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