Reichweitenausweisung: Agof erteilt den Ad Networks eine Absage

Donnerstag, 21. April 2011
Thomas Duhr, Vorstandsvorsitzender der Agof
Thomas Duhr, Vorstandsvorsitzender der Agof

Die Suche der Ad Networks nach einem Partner für die Reichweitenausweisung muss weitergehen: Nach zwei Jahren zäher Verhandlungen hat die Arbeitsgemeinschaft Online- Forschung (Agof) den Ad Networks eine Absage erteilt. Ad Networks wie Trade Doubler, Value Click Media und Adconion Media bündeln Websites und vermarkten sie im Paket. Dabei fungieren sie auch oft als Drittvermarkter für Seiten mit weniger hoher Nachfrage. So können Ad Networks geringere Tausendkontaktpreise (TKP) anbieten als die Konkurrenz der Premiumvermarkter. Dennoch fordern Mediaagenturen zur besseren Planung eine einheitliche Reichweitenausweisung, die am besten eine Vergleichbarkeit mit der Reichweite der Premiumvermarkter-Seiten bietet.

Die Vertreter der Werbenetzwerke, die in der Unit Ad Networks im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) zusammengeschlossen sind, waren an die Agof mit der Bitte um eine Markt-Media-Studie für Reichweiten herangetreten. Die Studie sollte als Auftragsarbeit erfolgen.

Dieser Antrag wurde jedoch „nach langer und eingehender Prüfung verworfen“, wie Thomas Duhr, Vorstandsvorsitzender der Agof, erklärt: „Die Agof versteht sich nicht als Auftragsinstitut für Marktforschung, sondern als Joint Industry Committee.“

Auch die Gründung einer eigenen Sektion für die Ad Networks in der Agof, für die allerdings bislang noch kein Antrag vorliegt, schließt der Verband derzeit aus: „Leider sieht der Agof-Vorstand im Moment strukturell keine Möglichkeit dafür“, sagt Duhr. Grund sei die „spezielle Struktur der Ad Networks“, die „kein festes Portfolio und damit keine über einen längeren Zeitraum vergleichbaren Angebotsstrukturen besitzen“. Der BVDW wollte sich gegenüber HORIZONT nicht zu der Absage äußern.

„Wir verstehen und begrüßen, dass die Ad Networks ebenfalls an der Agof teilnehmen möchten“, erklärt Duhr, „sehen zurzeit aber noch keine Möglichkeit, eine planbare Grundlage für Ad Networks überhaupt schaffen zu können“. Weitere Gespräche zwischen den Parteien seien jedoch nicht ausgeschlossen, betont er.

Die Absage der Agof ist ein bitterer Schlag für die Ad Networks: Die Internet Facts der Agof gelten in Deutschland als etablierte Messgröße, daher war der Verband der bevorzugte Partner für eine geplante Reichweitenmessung. Als Alternativen stehen nun internationale Marktforschungsunternehmen im Fokus. Comscore weist bereits die Reichweite der deutschen Ad Networks aus, eine weitere Möglichkeit wäre die Zusammenarbeit mit Nielsen. sw
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