Regionalzeitungen: Kampfansage an Location Based Services

Dienstag, 21. August 2012
Lars Haider, Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts"
Lars Haider, Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts"

In einem Doppelinterview mit HORIZONT kündigen Sven Gösmann, Chefredakteur der „Rheinischen Post", und Lars Haider, Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts", einen weiteren massiven Ausbau ihrer Digitalportfolios an. Damit wollen sie insbesondere Anbietern von Location Based Services Paroli bieten und ihre Medienmarken auch im Netz zu dem machen, was sie analog bereits sind: Informationsmarktführer in der Region. Die „Rheinische Post" wird demnach auf ihrem Digitalangebot RP Online spätestens ab Mitte 2013 personalisierten Content anbieten. Chefredakteur Sven Gösmann: "Was Immoscout, Foursquare oder Google Street View können, können wir auch. Das ist letztlich nur eine Frage der Technik. Aber: Wir haben zusätzlich eine Fülle von journalistisch aufbereitetem Content, den die anderen nicht haben. Unser Ziel muss es sein, das Hauptinformationsportal für die Stadt und die Region zu werden."

Sven Gösmann, Chefredakteur der „Rheinischen Post"
Sven Gösmann, Chefredakteur der „Rheinischen Post"
Lars Haider, dessen „Hamburger Abendblatt" mit Abendblatt.de bereits seit 2009 Pionierarbeit in Sachen Paid Content leistet, kündigt indes Geotracking für die Website des Axel-Springer-Blatts an: „Seit Jahresbeginn sammeln wir Nachrichten aus Stadtteilen und Bezirken. Die Suche über die Straße ist dabei ein vielversprechender Weg, die Fülle an Informationen zu sortieren und zur Verfügung zu stellen. In erster Linie geht es darum, dieses Feld zu besetzen, bevor es andere tun. Schließlich sind in den lokalen Webdiensten bereits auch ganz andere Player im Markt. Nur dass die meist keinen redaktionellen Content haben. Wir hingegen werden bis Ende des Jahres zwischen 15.000 und 20-000 hyperlokale Texte vorrätig haben, die wir auf einzelne Straßen herunterbrechen können."

Dass sich das aufwändige Bezahlmodell von abendblatt.de derzeit wirtschaftlich noch nicht rechnet, ficht indes beide Chefredakteure nicht an. Haider: Es geht nicht darum, kurzfristig reich zu werden und das Niveau der gedruckten Zeitung zu erreichen. Es geht um einen Paradigmenwechsel und darum, dass sich eine Bezahlkultur in der digitalen Welt etabliert". Gösmann stimmt dem zu und kündigt eine News-Flatrate für RP Online ab 2013 an: „Sie wird zumindest sehr ernsthaft in unserem Haus diskutiert und wenn Sie mich fragen: Sie wird nächstes Jahr kommen."

Die "Rheinische Post" erscheint in der Rheinischen Postverlagsgesellschaft. Laut IVW hat sie im 2. Quartal 2012 eine verkaufte Auflage von 343.952 Exemplaren. Das Digitalangebot RP Online liegt laut Agof im Mai 2012 bei einer Netto-Reichweite von 3,23 Millionen Unique Usern.

Das "Hamburger Abendblatt" gehört zum Axel-Springer-Konzern und kommt laut IVW im 2. Quartal 2012 auf eine verkaufte Auflage von 205.219 Exemplaren. Das Onlineangebot abenbdlatt.de hat laut Agof im Mai 2012 auf eine Netto-Reichweite von 3,54 Millionen Unique Usern. as

Das vollständige Interview mit Lars Haider und Sven Gösmann erscheint in der aktuellen Horizont-Ausgabe 34/12 am 23. August.
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