Regionale Werbung: Antenne-Bayern-Chef Hörhammer fürchtet Millionenverluste

Donnerstag, 02. Mai 2013
Hörhammer fordert Gleichbehandlung von der Politik
Hörhammer fordert Gleichbehandlung von der Politik


Karlheinz Hörhammer, Geschäftsführer von Deutschlands größtem Radiosender Antenne Bayern, fürchtet Umsatrzrückgänge in Millionenhöhe, sollte Pro Sieben Sat 1 die Möglichkeit bekommen, auf ihren Sendern regionale Werbung anzubieten. Der TV-Konzern hatte vor anderthalb Jahren angekündigt, dieses Geschäftsfeld aufbauen zu wollen, streitet sich jedoch noch mit den Landesmedienanstalten und dem Verwaltungsgericht Berlin um die Rechtmäßigkeit.
Auf 3,9 Millionen Euro bis schlimmstenfalls 9,7 Millionen schätzt Hörhammer das Umsatzpotenzial, das bei Antenne Bayern verloren gehen könnte, falls Pro Sieben Sat 1 (P7S1) die Pläne umsetzt. "Und wir haben nur unser regionales Potenzial bewertet und nicht die nationalen Kunden, die mit Händler-Allongen und Ähnlichem arbeiten", sagt er im Interview mit HORIZONT. Würde P7S1-Konkurrent IP Deutschland nachziehen, hätte dies noch größere Folgen: "Dann begänne ein deutlich verschärfter Wettbewerb", warnt Hörhammer.

Vor allem der stark von der Politik gestützte Bayerische Lokalfunk wäre ein Leidtragender von regionaler TV-Werbung, denn bei einem insgesamt niedrigeren Radiobudget, würden sich die Mediaagenturen auf die großen Player Antenne Bayern und die Sender des Bayerischen Rundfunks konzentrieren, prognostiziert Hörhammer.

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Das Interview mit Karlheinz Hörhammer lesen Sie in HORIZONT 18/2013 vom 2. Mai

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Generell fordert er von der Politik eine Gleichbehandlung: Sollte regionale Werbung für Pro Sieben Sat 1 erlaubt werden, so müsse die Auseinanderschaltung der Werbeblöcke auch für Antenne Bayern möglich sein. "Wir würden sogar regionalisierten Content anbieten, im Gegensatz zu Pro Sieben Sat 1, die nur regionalisierte Werbung ausstrahlen wollen", sagt Hörhammer. "Wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen für alle gleich sind, muss ich das, was ich dem nationalen Player genehmige, auch dem regionalen genehmigen." pap
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