Regiocast schließt 2007 mit Rekordergebnis ab

Donnerstag, 28. Februar 2008
Präsentiert solide Zahlen: Erwin Linnenbach
Präsentiert solide Zahlen: Erwin Linnenbach

Die Radio-Holding Regiocast (R.SH, RS2) kann das erfolgreichste Geschäftsjahr seit ihrer Gründung im Jahr 2004 vermelden. Der Umsatz stieg 2007 um 6 Prozent auf 212 Millionen Euro, das Geschäftsergebnis, das nicht bekannt gegeben wird, verbesserte sich um 9 Prozent. "2007 war insgesamt ein sehr gutes Radiojahr", resümiert Erwin Linnenbach, Sprecher der Geschäftsführung. Treiber der Entwicklung waren vor allem die Erlöse aus der regionalen Vermarktung und die Tochterfirma Radio Business to Consumer (RBC), die sich um transaktionsbasierte Geschäftsmodelle kümmert.

RBC verzeichnete 2007 ebenfalls ein Rekordjahr und trägt mit einem Umsatz von rund 30 Millionen Euro mittlerweile rund 20 Prozent zum Gesamtergebnis von Regiocast bei.

Sorgen bereiten Linnenbach derzeit der Berliner Sender RS2 und Landeswelle Thüringen. Beide Sender haben in den vergangenen Wellen der Media-Analyse Radio deutlich Hörer verloren.

Zum Jahresauftakt 2008 mussten die Sender der Holding im nationalen Geschäft deutliche Umsatzrückgänge verzeichnen. Hier habe sich die allgemeine Verunsicherung im Markt durch das Kartellamtsverfahren und die neuen TV-Vermarktungsmodelle auch auf die Buchungssituation im Hörfunk ausgewirkt. Das regionale Geschäft sei dagegen gut angelaufen.

2008 will Regiocast vor allem die Digitalisierung des terrestrischen Hörfunks vorantreiben. "Hier wollen wir Akzente setzen", betont Linnenbach. 2007 hatte die Gruppe mit dem Aktionsplan "Radio Hoch 3" bereits Leitlinien für die erfolgreiche Einführung des digitalen Radios vorgelegt. Ob der Big Bang bis zum avisierten Startzeitpunkt 2009 gelingt, bezweifelt Linnebach indes: "Der Start noch in 2009 ist ein sehr ehrgeiziges Ziel." Die zentralen Punkte, die nach Ansicht des Radio-Managers noch geklärt werden müssen, sind die rechtliche Regulierung und die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der digitalen Welt.

Für die Verbreitung über den Handy-TV-Standard DVB-H baut Regiocast in Leipzig derzeit einen Bundesliga-Sender auf. Regiocast hat von der Deutschen Fußball-Liga die entsprechenden Rechte für anderthalb Jahre erworben. Der Sender soll sich zum größeren Teil über Interaktionserlöse sowie aus Werbung finanzieren. Derzeit wird zudem mit möglichen Sponsoren verhandelt. Der Geschäftsplan umfasst zunächst einen Zeitraum von fünf Jahren.
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