Refaeli statt Klum: Warum Pro Sieben eine Frischzellenkur bitter nötig hätte

Freitag, 08. Juni 2012
Wird Bar Refaeli die neue Heidi Klum?
Wird Bar Refaeli die neue Heidi Klum?

Konkurrenz belebt das Geschäft. Das wissen auch die Programmverantwortlichen von Pro Sieben. Vor allem wenn es quotentechnisch mal nicht so läuft - wie zuletzt bei Heidi Klum. Zwar feierte sich der Sender am Freitag nach dem Finale der inzwischen siebten Staffel von "Germany's next Topmodel" öffentlichkeitswirksam als "Marktführer" in der werberelevanten Zielgruppe. Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache: Als am Donnerstagabend die 17-jährige Luisa Hartema aus Leer zu Germany's next Topmodel gekürt wurde, sahen so wenig Zuschauer zu wie niemals zuvor. Da passt es ins Bild, dass Gerüchte um ein neues Model-Format die Runde machen, das von dem israelischen Mannequin Bar Refaeli moderiert werden soll.
Heidi Klum und Topmodel-Gewinnerin Luisa Hartema nach dem Finale (Bild: Pro Sieben)
Heidi Klum und Topmodel-Gewinnerin Luisa Hartema nach dem Finale (Bild: Pro Sieben)
Bei Pro Sieben will man von einem Quotenproblem freilich genauso wenig wissen wie von einem Duell zwischen Heidi Klum und Bar Refaeli und stärkt seinem langjährigen Publikumsmagneten den Rücken. "Die Marktanteile liegen auch in dieser Staffel weit über Senderschnitt", erklärt Pro-Sieben-Sprecher Christoph Körfer gegenüber HORIZONT.NET. Der Sender freue sich daher bereits auf die nächste Staffel "Germany' next Topmodel - by Heidi Klum" im kommenden Jahr. An einem "neuen Model-Casting" arbeitet der Sender laut Körfer nicht.

Bar Refaeli - eine Meisterin der Selbstvermarktung

Eine Antwort, die durchaus Raum für Spekulationen lässt. Denn es wäre ja nach wie vor denkbar, dass Bar Refaeli eine Pro-Sieben-Show mit Models moderiert. Es muss sich dabei ja nicht (schon wieder) um ein Casting handeln. In der Tat deutet vieles darauf hin, dass es bei der Show mit der 27-jährigen Refaeli auf eine Art Coaching-Format hinauslaufen könnte. Wie die "Gala" erfahren haben will, soll Bar Refaeli, die in TV-Spots für Marken wie  Reebok und  das Wäschelabel Under.me (siehe Spot oben) auch ein großes Talent in der Selbstvermarktung offenbart, auf Pro Sieben potenzielle Top-Models in einer Art Trainingslager fit fürs internationale Geschäft machen. Refaeli solle bei der Show "Million Dollar Model" ein freundschaftliches Verhältnis zu den Mädchen aufbauen  und "herzlich, nett und mitfühlend" auftreten - also ganz anders als die bisweilen strenge und unnahbare Heidi Klum. Mit einem klassischen Casting hätte das am Ende nur noch wenig zu tun.

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Nötig hätte Pro Sieben die Frischzellenkur an der Modelfront allemal. Auch wenn Klums Show nach wie vor über Senderschnitt liegt,  scheint der Lack allmählich abzubröckeln. Während 2009 noch durchschnittlich sehr gute 24,2 Prozent der 14- bis 49-Jährigen einschalteten, lag der Marktanteil bei den ersten 15 Folgen der diesjährigen Staffel gerade mal bei 15,6 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte der Marktanteil bei den jungen Zuschauern noch bei 18,8 Prozent gelegen.

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Auch beim Gesamtpublikum zeigt die Kurve nach unten: Seit dem Jahr 2009, als durchschnittlich noch sehr gute 3,8 Millionen Deutsche bei den Topmodels mitfieberten, ging es bergab: 2011 schauten noch 3,1 Millionen Deutsche zu. Und die gestrige Folge, die für ein Finale mit 3,36 Millionen Zuschauern mäßig erfolgreich war, lässt die Schlussfolgerung zu, dass das Format seinen Zenit endgültig überschritten hat. mas

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