Redsocial: Kuba startet Facebook-Klon

Donnerstag, 29. Dezember 2011
Beim kubanischen Redsocial reicht es, sich innerhalb des kommunistischen Staates zu vernetzen.
Beim kubanischen Redsocial reicht es, sich innerhalb des kommunistischen Staates zu vernetzen.


Wieso Facebook nutzen, wenn man sein eigenes soziales Netzwerk haben kann? Unter dem Namen Redsocial hat Kuba einen virtuellen Treffpunkt für Studenten geschaffen, der nur über das Intranet des kommunistisch regierten Inselstaates zugänglich ist. Bereits am ersten Tag sollen sich über 6000 Nutzer auf der Plattform registriert haben, so ein Bericht auf der Website amerika21.de. Das erscheint zunächst überschaubar. In Kuba ist das Internet allerdings nur unter Restriktionen zugänglich, die Zahl der Nutzer dementsprechend gering. Ende 2009 hatten etwa nur 2,9 Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet, eine der niedrigsten Raten in Lateinamerika. Die Idee, nun Facebook landesintern zu klonen, stammt vom kubanischen Ministerium für Bildung. Staatspräsident Ráoul Castro taufte es auf den Namen Redsocial, was übersetzt soziales Netz bedeutet.

Außerhalb des Landes ist die Plattform nicht zu erreichen. Lediglich kubanische Blogs wie "La Chiringa de Cuba" zeigen Screenshots des Facebook-Nachbaus. Die Anmeldeseite von Redsocial gleicht dem westlichen Vorbild fast eins zu eins. Statt der Kontinente der Welt sind allerdings folgerichtig nur die Umrisse des Inselstaates zu sehen.

Seit rund einem Jahr gibt es auf der kommunistischen Insel auch eine Art Wikipedia. Auf Ecured können Kubaner selbst Beiträge verfassen und verändern. Über die Gefahr, dass der Staat mitliest, müssen sich die User, genau wie bei Redsocial auch, bewusst sein. kl
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