Red Indians Publishing plant Männer- und Literaturmagazine / Gespräche über TV-Format

Freitag, 11. Dezember 2009
Verleger Michael Köckritz ist eigentlich Agenturchef
Verleger Michael Köckritz ist eigentlich Agenturchef

Print-Power aus dem baden-württembergischen Reutlingen: Der kleine schwäbische Verlag Red Indians Publishing plant eine Reihe neuer High-End-Magazine. Vorbild ist das hauseigene, seit 2007 erscheinende opulente Quartalsheft „Ramp", laut Selbstbeschreibung ein „Autokultur-Bilderlesemagazin" rund ums Automobil samt Mode, Design und Lebensart. Der Titel hat schon zahlreiche Kreativpreise unter der Haube - und schreibt nun auch schwarze Zahlen. Das Heft kostet stolze 15 Euro, die verbreitete Auflage liegt nach Verlagsangaben bei 30.000 Stück. Ziel sind mindestens 15.000 „hart" verkaufte Hefte, so etwa in zwei Jahren. Bis dahin soll „Ramp" IVW-gemeldet sein.

Doch zunächst wird es Line-Extensions und neue Titel geben. Zum einen das Männer-Fashionmagazin „Ramp Style", das Verbindungen zwischen Mode und Automobildesign aufzeigen und 2010 zweimal erscheinen soll. Zum anderen stehen weitere englischsprachige Lizenzausgaben sowie eine „Ramp"-Buchedition am Start, und für ein Lizenzformat „Ramp TV" laufen Gespräche mit Produktionsfirmen und Fernsehsendern. Hier könnten kleinere öffentlich-rechtliche Stationen wie Arte und 3 Sat gut passen, glaubt man in Reutlingen.

Im Sommer will Red Indians Publishing zudem ein „Männerkulturmagazin" auf den Markt bringen, das zunächst zweimal pro Jahr erscheinen und Herren ab 35 Jahren ansprechen soll. Der Titel soll unter eigenem Namen erscheinen, der Copypreis bei 8 bis 10 Euro liegen. Und zur Buchmesse im Oktober möchte der Verlag ein Quartalsmagazin zum Thema „Literaturkultur" herausgeben, das sich „lustvoll statt belehrend-intellektuell mit Büchern befasst". Wenn die Grundfinanzierung durch Anzeigen steht, soll das Heft zunächst zwei Jahre lang mit acht Ausgaben erscheinen. Hinter Red Indians Publishing stehen der Werbeagentur-Chef Michael Köckritz und Co-Investor Christian Gläsel. Verlagsleiter ist seit Herbst Sven Schrader, zuletzt als „GQ"-Publisher bei Condé Nast. rp

Was sogar Großverlage von Red Indians Publishing lernen könnten, lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 50/2009 vom Donnerstag, 10. Dezember 2009.
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