Recherchezoff: "Bunte" weist "Stern"-Anschuldigungen erneut zurück

Freitag, 26. Februar 2010
Bunte: "Angriff auf einen erfolgreichen Mitbewerber"
Bunte: "Angriff auf einen erfolgreichen Mitbewerber"

Die nächste Runde im Streit zwischen „Stern" und „Bunte" ist eingeläutet: Die Chefredaktion des Burda-Magazins „Bunte" antwortet mit einer Erklärung auf die Äußerungen von Franz Müntefering im Streit um die Recherchemethoden des People-Magazins. Hintergrund: Die „Bunte" soll nach einem Bericht des „Stern" (Ausgabe 9/2010) im Frühjahr 2008 die Berliner Agentur CMK beauftragt haben, die das Privatleben von Berliner Spitzenpolitikern „monatelang systematisch ausgeforscht" hat. Laut „Stern" waren die prominentesten „Opfer" Oskar Lafontaine und eben Franz Müntefering. Dieser forderte am 25. Februar in Stern.de: „Ich warte gespannt, wann die Verantwortlichen der 'Bunten sich mir (und anderen Betroffenen) gegenüber erklären oder ob sie die angewandten Methoden diesem Anlass für normal und gerechtfertigt halten und deshalb keinen Erklärungsbedarf sehen."

Die „Bunte" weist die Anschuldigungen wiederholt zurück: Selbstverständlich halte sich „Bunte" an den Ehrenkodex des Deutschen Presserats. Die Zeitschrift habe CMK den Auftrag erteilt, einer Information nachzugehen, nach der eine „entscheidende Veränderung" im Leben des damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering eingetreten sei. Parallel dazu hätten auch „Bunte"-Redakteure zu dieser Information recherchiert. Investigativer Journalismus sei „selbstverständlicher Bestandteil der Pressefreiheit und wird auch von allen nationalen und internationalen Publikationen betrieben", heißt es in einer Erklärung.

CMK-Inhaber Stefan Kiessling wiederum habe Patricia Riekel, Chefredakteurin der „Bunte", versichert, dass die im „Stern" beschriebenen Recherchemethoden nicht angewendet wurden. Den Artikel im „Stern" sieht man in München als Attacke der Konkurrenz auf einen „erfolgreichen Mitbewerber, der zuletzt den Stern im Einzelverkauf am Kiosk überholt hat". Im 4. Quartal 2009 hat "Bunte" hier 319.710 verkaufte Hefte, der "Stern" 297.891. Bereits gestern teilte Burda mit, juristische Schritte gegen den „Stern" einzuleiten. se
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