Recherche-Streit: "Bunte"-Chefin Riekel wehrt sich gegen Künast-Kritik

Dienstag, 02. März 2010
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"Bunte"-Chefin Patricia Riekel will sich wegen der angeblichen Spitzel-Affäre nicht entschuldigen. Dies hatte Grünen-Fraktionsvorsitzenden Renate Künast in einem Brief an Verleger Hubert Burda gefordert. Stattdessen antwortet Riekel Künast in einem mehrseitigen Schreiben, in dem sie ihr publizistisches Selbstverständnis darlegt und die Medienrechtssprechung der Vergangenheit zu dem Thema zitiert. "Politiker werden durch die Medien kontrolliert. Das umfasst auch die Privatsphäre der Politiker, wie es vom Bundesverfassungsgericht klar definiert wird. So ist das in der Demokratie. Diese Kontrollfunktion der Presse lässt sich die Bunte, aber auch die gesamte deutsche Presse, nicht von Ihnen nehmen", schreibt Riekel darin.

Und weiter: "Wenn uns aber Hinweise und Informationen erreichen, dass Politiker die Öffentlichkeit und die Wähler in moralischer Hinsicht täuschen oder möglicherweise Beispiel gebend in Beziehung oder Privatleben Maßstäbe setzen, die zu gesellschaftlichen Diskussionen führen, werden wir dies recherchieren." Dabei bleibe die Intimsphäre geschützt.

Zur Agentur CMK sagt Riekel: "Die Agentur genoss in der Medienlandschaft einen anerkannten Ruf. Es gab keinerlei Hinweise auf unseriöse Methoden. Deswegen haben alle namhaften Verlage (u.a. Gruner+Jahr, Springer) mit ihr zusammengearbeitet. Sollte einer der erhobenen, aber bislang unerwiesenen, Vorwürfe jedoch zutreffen, würden wir uns von der Agentur distanzieren."

Hintergrund: Der "Stern" hatte in der vergangenen Woche über angeblich unsaubere Recherchepraktiken bei "Bunte" und der beauftragten Berliner Agentur CMK berichtet. Die "Bunte" leitete daraufhin postwendend juristische Schritte gegen das G+J-Magazin ein. Zwischenzeitlich meldeten sich auch die Politiker Franz Müntefering und Renate Künast zu Wort. se
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