Razorfish: Andreas Gahlert peilt für 2013 zweistelliges Wachstum an

Freitag, 13. Juli 2012
Das neue Board: Acland, Greib, Hückelkamp, Klinkhammer, Martini, Baier, Gahlert, Seidel, Neuhaus
Das neue Board: Acland, Greib, Hückelkamp, Klinkhammer, Martini, Baier, Gahlert, Seidel, Neuhaus

Nachdem es bei Razorfish, dem zur Publicis Holding gehörenden Digitalspezialisten, 2011 vor allem am Standort Berlin ein wenig gerumpelt hatte, wollen Geschäftsführer Andreas Gahlert und sein neues Management-Board jetzt wieder voll angreifen. Während für 2012 noch ein moderates einstelliges Wachstum geplant ist, soll der Razorfish-Umsatz 2013 wieder zweistellig im Plus liegen. HORIZONT.NET sprach mit Gahlert über die Wachstumspläne der Agentur und den neuen Inhouse-Wettbewerber Pixelpark. Das neue Board bilden nun neben Andreas Gahlert die Manager Tom Acland (CTO), Manuel Denkwitz (CFO), Kai Greib (COO), Sascha Martini (ECP), Elke Klinkhammer (ECD) und Birgit Baier (CCO). Zum erweiterten Board gehören außerdem Tina Vollmer (HR), Hagen Seidel (Head of Delivery), Axel Neuhaus (CSD Audi) und Alina Hückelkamp (Head of Strategy). Neu ist auch: Razorfish hat mit Thorsten Stoll erstmals einen New Business Director. „Wir gehen das Thema strategisch an", so Gahlert, „und suchen uns die Kunden danach aus, ob wir mit ihnen echten Fortschritt betreiben können." Ein Erfolg ist bereits zu vermelden: Für Neukunde American Express konzipiert Razorfish gerade eine Touch-Anwendung, die „die Verkaufsgespräche revolutionieren soll", so Stoll.

Keine Sorgen macht sich Gahlert indes angesichts der neuen Konkurrenz im eigenen Haus. Die Übernahme von Pixelpark durch die Publicis-Holding sieht er als „belebenden Wettbewerbe" (siehe Interview auf der nächsten Seite).

Andreas Gahlert
Andreas Gahlert
Herr Gahlert, nach der Umstrukturierung positionieren Sie Razorfish nicht mehr als Digitalagentur, sondern als Meshwork Agentur" oder auch „Fortschrittsagentur". Verstehen das die Kunden?
Vor drei Jahren hätte unsere neue Arbeitsweise und Struktur den einen oder anderen Kunden vielleicht noch abgeschreckt. Heute ist das nicht mehr so. Außerdem kommt es letztlich nicht darauf an, welches Wording wir nutzen, sondern welche Arbeit wir abliefern. Es geht um die 10 oder 20 Prozent, die wir einfach anders machen als unsere Wettbewerber.

Ausgerechnet jetzt bekommen Sie neue Konkurrenz im eigenen Haus. Soeben hat die Publicis-Holding, zu der auch Razorfish gehört, 78 Prozent der Anteile an Pixelpark übernommen. Ist das ein Problem für Sie? Nein, warum sollte es? Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft.

Pixelpark soll in Deutschland sehr eng mit Publicis zusammen arbeiten, später vermutlich sogar mit ihr verschmelzen. Macht das Ihr Neugeschäft nicht schwerer? Nein. Wir profitieren zwar von einigen Synergien innerhalb des Netzwerks, aber wir arbeiten schon immer sehr unabhängig von Publicis. Rund 95 Prozent unseres Razorfish-Geschäfts machen wir ohne Publicis. Außerdem ist es mir letztlich lieber, wenn eine Agentur wie Pixelpark innerhalb des Networks ein sportlich-schwesterlicher Wettbewerber ist, als wenn sie komplett frei auf dem Markt agiert. 
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