Raus aus Google News: Medienexperten fordern von Verlagen eigenen News-Aggregator

Donnerstag, 06. Dezember 2012
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Raus aus der Google-Suche - das fordern Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, und Unternehmenberater Bernd Schiphorst, anlässlich der Diskussion um das Leistungsschutzrecht von den deutschen Verlagen. In einem Artikel in der "Financial Times Deutschland" (FTD) appellieren sie an die Branche, eine eigene Plattform zu bilden und ein Konkurrenzangebot zu Google News aufzubauen.
Ein solcher Newsaggregator könne sich rechtlich an dem deutschen Grosso-Modell orientieren, bei dem alle Beteiligten einem Kontrahierungszwang unterliegen. Ein Gemeinschaftsunternehmen, das nicht von einem oder wenigen Verlagen dominiert wird, könne den Zugang für alle Zeitungen gewährleisten, die einzelnen Angebote und die eventuell dafür zu zahlenden Preise seien individuell festzulegen.

Darauf aufbauend sehen Hege und Schiphorst weitere Perspektiven für die unter Druck stehende Printbranche: "Vom gemeinsamen News-Aggregator könnte der Weg zu einer gemeinsamen Vermarktungsplattform mit einheitlicher App und einheitlichem Abrechnungssystem für alle Zeitungen in Deutschland führen." Als Vorbild für das Modell nennen die Autoren das flatratebasierte und werbefinanzierte Angebot des Musikanbieters Spotify.

Als Hintergrund für die Forderung nennen die Experten in dem "FTD"-Beitrag die Zeitungen in Brasilien, die sich nach einer Aufforderung ihres nationalen Verbandes von Google News abgewandt haben. Genau wie in Deutschland weigert sich die Suchmaschine auch dort, für Inhalte zu bezahlen. kl
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