Raubzug bei Adidas: Sportartikler ruft zur Verbrecherjagd im Web auf

Montag, 10. Januar 2011
NBA-Star Derrick Rose von den Chicago Bulls hat seine Adizero bereits zurückbekommen
NBA-Star Derrick Rose von den Chicago Bulls hat seine Adizero bereits zurückbekommen

Mit einem geheimnisvollen Viralspot stellt Adidas derzeit seine Fans vor Rätsel. Dieser zeigt, wie ein Dieb im Unternehmenssitz in Herzogenaurach einbricht und die Adizero-Schuhe von acht Athleten stiehlt - darunter die von Lionel Messi und der serbischen Tennisspielerin Ana Ivanovic. Am Ende des Videos fordert Adidas die Nutzer auf: "Find them fast". Mit dem Spot gibt der Sportartikler den Startschuss für eine integrierte Digital-Kampagne mit PR-Fokus, die die neue Kollektion des Sportschuhs Adizero pushen soll. Hinweise auf den Täter und den Verbleib der gestohlenen Schuhe finden Nutzer im Laufe der Woche zum einen auf den Social-Media-Plattformen wie Facebook, Youtube und Twitter, den Webseiten der Athleten sowie bei den weltweiten Adidas-Medienpartnern wie beispielsweise Goal.com (global), Athletics-Weekly.com (Großbritannien) oder Herald Sun (Australien). Die Nutzer, die die Schuhe "finden", dürfen sie den Sportlern auf internationalen PR-Veranstaltungen in London, Barcelona, Auckland und Melbourne persönlich zurückgeben. Diese sollen noch Ende dieser Woche stattfinden.

Neben Messi und Ivanovic sind auch Derrick Rose (Basketball), Fernando Verdasco (Tennis), Ma'an Allan Nonu (Rugby), Jo-Wilfried Tsonga (Tennis), Jessica Ennis (Leichtathletik) und Jermain Defoe (Fußball) in die Kampagne integriert. Der digitalen Schnitzeljagd sollen weitere Aktivitäten im Print- und Retailbereich folgen.

"Wir involvieren unsere Kernzielgruppe genau da, wo sie ohnehin bereits Informationen zu Adidas und unseren Sportlern erwartet", so Adidas-Sprecher Oliver Brüggen gegenüber HORIZONT.NET. Die Kampagne baue auf eine aktive Beteiligung der Fans der Marke Adidas und der Athleten auf. "Diese werden durch Re-Tweets und Kommentare selbst Teil der Kampagne", so Brüggen weiter. Für die Kreation zeichnet die Londoner Agentur We are social verantwortlich.

Mit dem neuen Auftritt folgt Adidas konsequent seiner erklärten Kommunikationsstrategie. Bereits seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 nutzt Adidas verstärkt die digitalen Kanäle, um dessen kommunikative Kernzielgruppe der 14- bis 19-Jährigen anzusprechen. Im HORIZONT-Interview (48/2010) Anfang Dezember dann hatte Markenchef Erich Stamminger das Internet sogar zum Leitmedium erklärt.

Bis Herbst vergangenen Jahres gab es den Adizero nur im Lauf- sowie Fußballbereich. Jetzt können auch Athleten anderer Sportarten wie Basketball, Tennis und Rugby auf den Schuh zurückgreifen. Für den laut Unternehmensangaben leichtesten und schnellsten Sportschuh der Welt hatte Adidas zuletzt mit dem WM-Spot "Fast vs. Fast" (Kreation: 180, Amsterdam) geworben. jm
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