Rainer Calmund: Pay-TV muss billiger werden

Donnerstag, 16. August 2001

In der Diskussion um die TV-Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga rückt jetzt auch der Pay-TV-Sender Premiere World in den Blickpunkt der Fußballgemeinde. Leverkusens Manager Reiner Calmund fordert Presseberichten zufolge günstigere Preise für das zusätzliche TV-Angebot des Kirch-Senders. "Meiner Meinung nach sollte das Gesamtpaket Pay-TV billiger angeboten werden", sagte Calmund gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Ein Einjahresvertrag mit allen 306 Saisonspielen kostet derzeit mehr als 1000 Mark (etwa 511 Euro). Der Abo-Kanal will auf einer Pressekonferenz am kommenden Montag eine neue Angebotsstruktur vorstellen.

Einem Bericht des Sportmagazins "Kicker" zufolge gibt es bei Kirch Überlegungen, ein so genanntes Fußballpaket zu einem monatlichen Bezugspreis von 25 Mark zu offerieren. Dies wird von Premiere World jedoch dementiert: "Auf jeden Fall wird es kein Angebot nur für Fußball geben", kommentiert ein Unternehmenssprecher. Fest steht wohl nur, dass das Preissystem insgesamt übersichtlicher werden soll. Die Abonnentenzahl von Premiere World stagniert seit längerem bei rund 2,4 Millionen Kunden. TV-Experten sehen in dem hohen Preis und in den diversen Programmpaketen den wichtigsten Grund, dass der Bezahl-Sender nicht wächst. Derzeit kostet das «kleine Fußballpaket» mit drei Partien pro Spieltag bei einem Einjahresvertrag 54,80 Mark monatlich - 657,60 Mark im Jahr. Wer alles sehen will, muss zusätzlich das Saisonticket im so genannten Pay-per-View-Verfahren für 349 Mark kaufen.

Auffällige Steigerungen der Abonnentenzahl hat es nach Angaben eines Premiere-Sprechers seit der Verlegung von "Ran" auf Samstag um 20.15 Uhr nicht gegeben. Das war aber der wichtigste Grund für die verspätete Fußball-Sendung, für die nach drei Quoten-Flops ein neuer Sendeplatz gesucht wird. Einem Bericht der "FAZ" zufolge plant Sat 1, den Beginn von "Ran" ab 8. September 2001 auf 18.45 Uhr zu verlegen.

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