Radsport-Krise: Staßenrad-WM vor dem Aus / Tour de France für Sat 1 kein Erfolg

Donnerstag, 26. Juli 2007

Statt als geschickter Medien-Coup entpuppt sich der Erwerb der Tour-de-France-Rechte für Sat 1 als finanzielles Desaster. Aufgrund von Marktanteilen von durchschnittlich 5,6 Prozent zieht der Vermarkter Seven-One Media nun die Notbremse. Er korrigiert die Tarife für Werbeschaltungen um rund 50 Prozent nach unten. Vor wenigen Tagen sagte Sat-1-Sprecherin Kristina Faßler noch: "Der Erwerb der jetzigen Übertragungsrechte ist für uns auch ein Türöffner für ein weiteres Engagement in der Radsportberichterstattung über das Ende der diesjährigen Tour hinaus." Angesichts der anhaltend schlechten Quote dürfte jedoch fraglich sein, ob der Berliner Sender tatsächlich auch in Zukunft in die skandalgebeutelte Sportart investiert.

Wenig besser steht es um die Straßenrad-WM. Die Austragung vom 25. bis 30. September in Stuttgart steht ernsthaft infrage. "Die Gefahr ist größer als vor ein paar Tagen", sagt Rolf Schneider, Generalsekretär des WM-OK gegenüber Horizont Sportbusiness. Heute Mittag fehlte immer noch die Unterschrift der UCI über die Andi-Doping-Erklärung. Das Bundesinnenministerium hatte dem Radsport-Weltverband ein Ultimatum zur Unterzeichung des Papiers gestellt, das heute ausläuft.

Die Sponsoren müssen außer um ihr Image auch um die TV-Präsenz in Deutschland bangen. Host Broadcaster ZDF hat die geplante Live-Übertragung von drei Rennen infrage gestellt. "Wir sind in Beratungen", sagt Sportchef Dieter Gruschwitz, "und das gilt immer noch - und immer mehr. bn/nic
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