Radiovermarkter heben Preise deutlich an

Mittwoch, 15. September 2010
Raff erhöht Preise um 15 Prozent
Raff erhöht Preise um 15 Prozent

Der Frankfurter Radiovermarkter AS&S Radio hebt die Durchschnittspreise für seine Deutschland-Kombis deutlich an. Um satte 15 Prozent steigert AS&S-Chefin Esther Raff 2011 die Preise. "Die Preisgestaltung entspricht den signifikanten Leistungswerten", begründet Raff die Entscheidung. Die Tausend-Kontakt-Preise (TKP) verteuern sich damit leicht im unteren einstelligen Prozentbereich. Die TKPs des Hamburger Konkurrenten RMS bleiben zwar stabil bei 3,15 Euro bei den 14- bis 49-Jährigen - damit hebt aber auch die RMS ihre Tarife für 2011 an.

Der Preis für das reichweitenstärkste Angebot der RMS, die RMS Super Kombi, steigt von 18.356,98 Euro auf 20.152 Euro - ein Plus von fast 10 Prozent. "Wir bieten unseren Marktpartnern auch 2011 überzeugende Argumente für den Einsatz von Radiowerbung im Privatradio: Wirtschaftlichkeit, reichweitenstärke und aussagekräftige Wirkungsnachweise", sagt RMS-Verkaufsdirektor Stefan Preussler.

Die Preissteigerungen sind auch eine Reaktion auf die veränderte Ausweisung der Media-Analyse. Seit der Radio MA 2010/I bezieht die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse bei ihrer Erhebung auch die 3,8 Millionen Nicht-EU-Ausländer ein, die in Deutschland leben, darunter zahlreiche Türken. Dies hatte zu einem deutlichen Sprung in den Hörerzahlen geführt, von dem viele Sender profitieren konnten. Einige Mediaplaner hatten jedoch schon angekündigt, dass sie Preiserhöhungen auf Basis dieses Effekts nicht mitmachen wollen.

Die deutlichen Tariferhöhungen könnte der ein oder anderen Mediaagentur aber auch zupass kommen - dürfte es damit doch leichter fallen, die häufig von den Kunden geforderten Rabattziele auszuhandeln. 

Entsprechend den Preisanpassungen der nationalen Vermarkter legen auch die einzelnen Sender nach. Die von der AS&S Radio vermarktete Energy-Gruppe steigert die Preise für Energy Berlin zum Beispiel aufgrund des hohen Reichweitenzuwachses von 210 auf 255 Euro, der TKP reduziert sich damit immer noch um 5 Prozent.

Antenne Bayern, Deutschlands größter privater Radiosender, der national von der RMS vermarktet wird, hebt die Preise ebenfalls an. "Die TKPs innerhalb der wesentlichen Zielgruppen Deutschland und Bayern 14 bis 49 Jahre bleiben sehr konstant, für 2011 sinkt der TKP in Nielsen IV sogar um 5 Cent", sagt jedoch Karlheinz Hörhammer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Antenne Bayern in München.

Die Radio/Tele FFH-Gruppe in Bad Vilbel, die ebenfalls von der RMS vermarktet wird, senkt die Preise dagegen für das Flaggschiff Hit-Radio FFH. Hessen größter privater Sender hatte in der Radio-MA 2010/II deutliche Reichweitenverluste hinnehmen müssen. Die absoluten Preise sinken dort um 5,7 Prozent.

Für das laufende Jahr sind die Vermarkter wieder etwas optimistischer gestimmt. Aktuell liegt die Gattung laut Nielsen brutto um rund 2,7 Prozent im Plus. Dies wird allerdings stark von Zuwächsen bei der AS&S Radio getrieben, während die RMS schwächelt. Die Gesellschafter des Privatradiovermarkters suchen auch noch immer nach einem - möglicherweise auch zwei - neuen Geschäftsführern. Der bisherige RMS-Chef Andreas Fuhlisch wechselt zum 1. November zur Bauer Media Group in Hamburg. Als Nachfolgelösung wird wohl derzeit angedacht, einen Geschäftsführer aus dem Gesellschafterkreis zu stellen sowie einen weiteren unabhängigen. pap
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