Radiomacher streiten über Rolle von Hörfunk-Communities

Donnerstag, 30. Oktober 2008
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Das Internet wird als Verbreitungsweg und ergänzende Plattform für Radiosender immer wichtiger. Über die Rolle von Radio-Communities gehen die Meinungen indes weit auseinander. Das wurde beim Panel „Radio goes Community" im Rahmen der Medientage München deutlich. Karlheinz Hörhammer, Geschäftsführer des Privatsenders Antenne Bayern, betonte die wirtschaftlichen Chancen neuer Plattformen und Communities: „Line Extensions der bekannten Radiomarken müssen über neue Plattformen erfolgen." Gleichwohl räumte er ein, dass die entsprechenden Geschäftsmodelle noch in den Kinderschuhen stecken. „Wir bewegen uns hier noch in einem großen Experimentierfeld." Auch Marc Drüner, Geschäftsführer der Strategieberatung Trommsdorff + Drüner, betonte, dass sich tragfähige Modelle noch im „Amöbenstadium" befänden. Er rechnet jedoch damit, dass „wir eine Kommerzialisierung von Social Communities erleben werden".

Niels von Haken, Geschäftsführer der MDR-Werbung hält die Vermarktungschancen von Communities indes für überschätzt. „Hier wird eine neue Sau durch's mediale Dorf getrieben" glaubt von Haken. „Sind Radio-Communities die Cash Cow der Zukunft? Ich glaube nicht." Communities sollten seiner Meinung nach nicht als Wirtschaftsraum, sondern als Kulturraum behandelt werden. Sie wären als Weiterentwicklung der klassischen Hörerclubs mit anderen Mitteln wichtig für die Hörerbindung, sollten aber möglichst werbefrei bleiben: „User hassen Werbung in Communities", konstatierte von Haken unter Berufung auf eigene Befragungsergebnisse. dh
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