Radioday: Big FM sieht in Ethno-Kanälen großes Potenzial

Dienstag, 20. September 2011
Kristian Kropp
Kristian Kropp

Radio für ethnische Zielgruppen wird in Deutschland an Bedeutung gewinnen, wenn auch zunächst in erster Linie via Onlineverbreitung. „Zurzeit ist das für uns das wichtigste Wachstumsthema“, sagt Kristian Kropp, Geschäftsführer der rheinland-pfälzischen Sendergruppe RPR, beim Radioday in Köln gegenüber HORIZONT.NET. Zwischen Juli und September hat das Unternehmen fünf Ethnochannels als Ableger seiner Jugendwelle Big FM gestartet. Big Russia, Big Turkey, Big Balkan, Big Orient und Big FM World Beats heißen die fünf Ethno-Streams, die sich mit ihren Musikstilen jeweils an die entsprechenden Zielgruppen wenden. Big FM World Beats machte im Juli den Vorreiter und nutzt jeden Mittwochabend auch ein Programmfenster der via Ukw verbreiteten Jugendwelle Big FM. „Die Resonanz auf das Format ist gewaltig“, sagt Kropp und nennt als Grund die große Zahl junger Hörer mit multikulturellem Hintergrund in Deutschland, vor allem in den Ballungsräumen. Dort liege bei Unter-20-Jährigen der Anteil Nichtdeutscher teilweise bei über 50 Prozent.

„Kristian Kropp: Die Markenartikler wollen zunehmend direkten Zugang zur Zielgruppe vor Ort“
Für Kropp dienen die Audioformate jedoch nur als Basis für eine Weiterentwicklung zu Lifestyle-Formaten im Netz. Eine dritte wesentliche Komponente seien Live-Events, mit denen die Zielgruppe vor Ort erreicht werde. Für Big FM hätten sich diese mit einem zweistelligen Anteil bereits zu einer wichtigen Umsatzsäule entwickelt, wobei der Sender auch von seiner Praxis als Lizenzgeber, etwa an Partyveranstalter, profitiere. „Die Markenartikler wollen zunehmend direkten Zugang zur Zielgruppe vor Ort“, konstatiert Kropp, um dort ihre Produkte zu präsentieren: „Das ist für uns ein großes Wachstumsfeld“.

Sein Sender habe zur Weiterentwicklung des Ethno-Themas die besten Voraussetzungen, ist sich Kropp sicher, da Big FM sich seit elf Jahren Kompetenz schrittweise erschlossen habe, zunächst über die Musikpositionierung. Etwa jeder dritte Hörer von Big FM habe heute multikulturellen Background. Mit einer DAB-plus-Frequenz soll ab 20012 auch die terrestrische Verbreitung hinzukommen. „Bereits heute ist aber die regionale Beschränkung durch Ukw-Frquenzen für Big FM dank der Audiostream-Nutzung kein Thema mehr“, sagt Kropp. „Wir verstehen uns als nationale Marke“. joz
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