Radio/Tele FFH: "Radio ist der Gewinner der Wirtschaftskrise"

Dienstag, 17. Februar 2009
FFH sieht sich als Gewinner in der Krise
FFH sieht sich als Gewinner in der Krise

Taktische Medien wie das Radio scheinen von der aktuellen Wirtschaftskrise profitieren zu können. Mehrere Radiosender, darunter der private Anbieter Radio/Tele FFH und der öffentlich-rechtliche MDR melden Buchungen deutlich über dem Vorjahr. Der Umsatz im Januar und Februar liege "über Plan und Vorjahr" meldet FFH mit Sitz in Bad Vilbel bei Frankfurt für seine Sender Hit Radio FFH, Planet Radio und Harmony FM. Geschäftsführer und Programmdirektor Hans-Dieter Hillmoth führt den guten Start ins neue Jahr auf die "unschlagbar günstigen Preise für Radio" zurück. "In der Krise wird bei der Werbung weniger auf Image sondern auf Abverkauf gesetzt. Und das kann Radio," erklärt Hillmoth: "Immer, wenn die Konjunktur in der Vergangenheit eine Delle hatte, war Radio besonders stark." Der MDR meldet ebenfalls Buchungen "deutlich über dem Vorjahr".

"Wir sind gut in das neue Jahr gestartet und liegen leicht über Vorjahresniveau", bestätigt auch Andreas Fuhlisch, Geschäftsführer des Radiovermarkters RMS. Insbesondere die Schlüsselbranche PKW habe auf Radio gesetzt, um den Impuls der Abwrackprämie zu nutzen. "Aber auch die Pharmabranche und der Handel, hier ist insbesondere Real zu nennen, haben zu Jahresbeginn klar auf die erwiesene Abverkaufsstärke von Privatradio gesetzt", sagt Fuhlisch.

Unterdessen hat Radio Tele FFH die Zahl seiner Webradiosender auf 23 ausgebaut. Neu sind ein Jazzradio, ein Nachrichtenkanal, Lounge-Musik und ein Sender, der ausschließlich deutsche Titel spielt. Im März kommen je drei weiterer Kanäle von Harmony FM und Planet Radio dazu.

Hans-Dieter Hillmoth: "Radio ist unschlagbar günstig"
Hans-Dieter Hillmoth: "Radio ist unschlagbar günstig"
Angesichts der großen Akzeptanz von Internetradio sieht FFH-Chef Hillmoth die Chancen für ein terrestrisches digitales Radio indes eher kritisch: "Es würde mich wundern, wenn das klappen würde - denn längst spielt die Radio-Musik im Internet. Da gibt es schon Millionen Endgeräte, einen weltweiten Standard und jeden Monat allein bei der Radio/Tele FFH zwei Millionen Nutzer." Soll die Einführung eines terrestrischen digitalen Radiostandards dennoch gelingen, müssten alle Beteiligten an einem Strang ziehen, fordert Hillmoth. Die privaten Anbieter könnten die gewaltigen Investitionen nicht alleine stemmen.

Radio/Tele FFH wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. FFH ging am 15. November 1989 auf Sendung. dh
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