Radio MA 2010/I: Radiosender profitieren von MA-Erweiterung

Mittwoch, 10. März 2010
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Die heute vorgelegten Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA) dürften bei vielen Radiosendern Jubel auslösen. Die größten Radiosender Deutschlands konnten laut Radio MA 2010/I fast alle zulegen - zum Teil sogar zweistellig. Antenne Bayern legt um 13,8 Prozent auf circa 1,211 Millionen Hörer in der Durchschnittstunde montags bis samstags von 6 bis 18 Uhr zu und erobert sich damit Platz 1 zurück. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender Bayern 1 - nun auf Platz 2 - und SWR 3 auf Platz 3 gewinnen. Damit liegt auch SWR 3 wieder über einer Million Zuhörer. Radio NRW, das für mehrere Stationen Programm bereit stellt, gewinnt 6 Prozent und erreicht damit rund 1,544 Millionen Hörer. Ein Grund für die positive Entwicklung dürfte die veränderte Grundgesamtheit sein: Die Analyse erfasst erstmals auch Nicht-EU-Ausländer. Bereits die vergangene Woche vorgelegten Eckdaten der Radio MA zeigten eine gestiegene Hördauer von 4 Minuten.

Die Kombis profitieren fasst alle von der guten Entwicklung der einzelnen Sender. Von den nationalen Angeboten muss keiner Rückgänge hinnehmen. Prozentual am stärksten wachsen die eher kleinen Kombis Jam FM (+23,5 Prozent) und Klassik Radio (23,4 Prozent). Aber auch die beiden größten Angebote der beiden nationalen Vermarkter AS&S und RMS wachsen sichtbar. Die AS&S Deutschland-Kombi erreicht über 12 Millionen Hörer (+8,7 Prozent), die RMS Super Kombi circa 9,3 Millionen Hörer (+9 Prozent). 

Absolut betrachtet der größte Gewinner ist der öffentlich-rechtliche Jungendsender 1Live, der 162.000 Hörer dazugewinnen kann und damit um satte 20,6 Prozent auf rund 947.000 Hörer in der Durchschnittsstunde zulegt. Antenne Bayern zählt mit 147.000 zusätzlichen Hörern ebenso wie WDR 2 (127.000 Hörer) ebenfalls zu den größten Gewinnern.  Prozentual sind es erwartungsgemäß die kleineren Sender, die von geringerem Niveau kommend, leichter höhere Zuwächse erzielen können. So gewinnt der Stuttgarter Sender Die Neue 107,7 satte 74,5 Prozent dazu, erreicht damit 96.000 Hörer. Jam FM Berlin wächst um fast 70 Prozent auf 22.000 Hörer, der zur Hit-Radio-FFH-Gruppe gehörende Sender Harmony.FM in Hessen um rund 65 Prozent auf 38.000 Hörer.

Die größten Verlierer sind nach absoluten Zahlen betrachtet der öffentlich-rechtliche Sender WDR 4, der 12.000 Hörer verliert. Das entspricht bei dem reichweitenstarken Sender allerdings nur einem prozentualen Rückgang von 1,5 Prozent. In jeder Hinsicht federn lassen muss Energy Sachsen: Die Hörerzahl sinkt um 10.000 auf 34.000 - ein Minus von 22,7 Prozent. Damit ist der Sender auch prozentual der größte Verlierer. Rock Antenne in Bayern kommt auf 9.000 Hörer weniger und erreicht noch 68.000 - ein relatives Minus von 11,7 Prozent mit dem Rock Antenne relativ betrachtet der drittgrößte Verlierer ist.  Prozentual der zweitstärkste Verlierer ist HR Info, mit minus 13,3 Prozent und nunmehr noch 26.000 Hörern. Insgesamt sind die absoluten und relativen Verluste jedoch im Vergleich zu Vorgänger-MAs eher gemäßigt. pap

Die große MA-Tabelle zum Download finden sie hier: RadioMA.pdf
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