Radio Day: Kreativ-Guru Edward de Bono fordert Radiobranche zum Umdenken auf

Dienstag, 22. September 2009
Edward de Bono
Edward de Bono
Themenseiten zu diesem Artikel:

Edward de Bono Radiobranche Kreativität Keynote Köln


Kreativität ist einer der Schwerpunkte auf dem diesjährigen Radio Day. Passend zum Motto „Ideas for Ears" (Ideen für die Ohren) lautete der Titel der Keynote „Der Wert von Kreativität und Innovation in medialer Kommunikation". Der Mann auf dem Podium: kein Geringerer als Edward de Bono, Guru des kreativen Denkens. Seine These: Kreativität ist heutzutage immer noch Mangelware. De Bono: „Das ist ein größeres Problem als der Klimawandel." Kreativ ist allein schon sein Outfit: Zum schlichten schwarzen Anzug und weißen Hemd trägt er eine Krawatte mit neonfarbenen Schlangenlinien und knallgelben Socken. De Bono ist britischer Professor in Informationstechnologie, Psychologie und Medizin mit Schwerpunkt Gehirnforschung. Er forderte in Köln die Radiobranche auf: „Denken Sie in andere Richtungen." Die meisten Menschen würden sich permanent auf der bereits bekannten Hauptstraße des Denkens bewegen. Dadurch können kaum kreative Ideen entstehen.

-
-
Kreatives Denken sei heutzutage leider immer noch meist auf Kunst und Wissenschaft beschränkt. Aber Regierungen, Unternehmen und Medien brauchen neue Denkmuster. „Kreative Ideen kommen nicht von alleine", so de Bono. Eine seiner Denktechniken: die Denkhut-Theorie. Eine Diskussion, in der es beispielsweise um neue Ideen für Radioprogramme geht, wird laut de Bono effektiver und kreativer, wenn man den Diskussionsteilnehmern fiktive Hüte aufsetzt, die unterschiedliche Denkweisen symbolisieren: Weiß steht für Objektivität, Rot für Emotionen, Gelb für Innovation, Schwarz für die kritische Betrachtung, Grün für Kreativität. Der blaue Hut moderiert die Diskussion. Dadurch würde sich die erforderliche Diskussionszeit um die Hälfte reduzieren.

Seine Theorien erläutert der Professor, der nebenberuflich Unternehmen und öffentliche Institutionen berät, anhand von bunten Zeichnungen. Seine Beispiele sind zahlreich. Ein Bürgermeister einer australischen Kleinstadt wandte sich einst an ihn mit dem Problem, dass permanent alle Parkplätze in der Innenstadt besetzt seien. De Bono riet dem Australier, er solle das Parken auf keinen Fall verbieten. Sein Tipp: Stellen sie ein Schild auf mit dem Hinweis „Parken nur mit Fernlicht". Diese ungewöhnliche Idee hatte Erfolg: Die Parkdauer verkürzte sich erheblich, denn Parken mit Fernlicht schadet der Autobatterie. Insider berichten übrigens, dass Fans von de Bono für dessen Original-Zeichnungen bis zu 800 Euro zahlen. jm
Meist gelesen
stats