Rabatt-Wahn: Warum Verlage und Agenturen von der Erhöhung der Printpreise profitieren

Freitag, 21. August 2009
Die Verlage werden ihre Brutto-Preise weiter anheben
Die Verlage werden ihre Brutto-Preise weiter anheben

Die Publikumszeitschriften werden ihre Anzeigenpreise 2010 brutto um meist 1 bis 3 Prozent erhöhen, je nach Titel-Performance. Das erfuhr HORIZONT aus Verlagskreisen. Obwohl die Mediaagenturen Preiserhöhungen traditionell verdammen, dürfte der Schritt diesmal im stillschweigenden Übereinkommen mit den Dienstleistern erfolgt sein. Der Grund: Die Rabattziele, die werbungtreibende Unternehmen immer vehementer von ihren Agenturen fordern, lassen sich so wesentlich einfacher erreichen, ohne dass die Verlage Nettoerlöse einbüßen.

Gleich mehrere Insider bestätigen diese Praxis gegenüber HORIZONT. „Es kommt vor, dass Agenturchefs uns ermuntern, die Preisliste eher mehr als weniger anzuheben“, sagt ein Verlagsverantwortlicher, der – wie seine Kollegen aus anderen Häusern – in diesem Kontext ungenannt bleiben möchte.

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Ein weiterer Printmanager rechnet vor: „Wenn wir um 3 Prozent brutto erhöhen, bekommt die Agentur je nach ihrem Geschick und unserer Performance rund 2 Prozentpunkte direkt zurück und kann damit vor ihrem Kunden auftrumpfen. Und uns bleibt vielleicht auch noch ein bisschen.“ Dass höhere Bruttopreise sowohl den Verlagen als auch den Agenturen bessere Ausgangspositionen beim Konditionenpoker mit ihren jeweiligen Kunden verschaffen, bestätigen auch weitere Verlags- und Agenturmanager. rp
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