RTV Family Entertainment steht vor der Pleite

Dienstag, 18. Juni 2002

Die Insolvenz der Kirch-Unternehmen zieht immer mehr Firmen in den finanziellen Abgrund. Jetzt muss RTV Family Entertainment um seine Zukunft bangen. Nachdem der Produzent für Kinderprogramme zahlungsunfähig geworden ist, wollen Gläubigerbanken und Hauptaktionär Ravensburger in diesen Tagen über ein mögliches Sanierungskonzept entscheiden.

RTV Family Entertainment rechnet bis zum Jahresende mit einem Kreditbedarf von 6 bis 7 Millionen Euro. Rund ein Drittel der Summe braucht das Unternehmen, um wieder flüssig zu sein. Die Finanzkrise erklärt das Unternehmen mit der Insolvenz der Kirch Media und des Koproduktionspartners Phenomedia sowie mit Forderungsausfällen gegenüber ausländischen Partnern.

Besser ergeht es derzeit dem internationalen Zeichentrickproduzenten TV Loonland. Das Unternehmen konnte den Umsatz im vergangenen Jahr auf 77,4 Millionen Euro steigern. Im Jahr 2000 hatte er noch bei 74,1 Millionen Euro gelegen. Auch der Jahresüberschuss stieg von 8,2 Millionen Euro in 2000 auf 9 Millionen Euro. In diesem Jahr will TV Loonland einen Kinofilm und fünf Serien mit insgesamt 130 Episoden produzieren.

"Die TV-Loonland Gruppe hat rechtzeitig auf der Kostenseite die Weichen gestellt, um die Profitabilität der Gruppe weiter abzusichern", sagt Finanzvorstand Carl Woebcken. Vorrang habe dabei eine Reduzierung der Kosten. So werde beispielsweise die Präsenz an den Standorten Budapest und New York reduziert. Woebcken: "Unser Ziel ist es, den im ersten Quartal 2000 erreichten positiven Cash-Flow weiter auszubauen".
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