RTL weist ab 2013 nur noch Quoten für die 20- bis 59-Jährigen aus

Dienstag, 14. August 2012
Der designierte IP-Chef Matthias Dang macht Ernst mit der Zielgruppe 20-59
Der designierte IP-Chef Matthias Dang macht Ernst mit der Zielgruppe 20-59


Der RTL-Vermarkter IP Deutschland verabschiedet sich von der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Ab 2013 werden für die Sender RTL, Vox, Super RTL und N-TV nur noch Einschaltquoten für die Zielgruppe der 20- bis 59-Jährigen ausgewiesen. Das kündigt der designierte IP-Geschäftsführer Matthias Dang in der "Financial Times Deutschland" an. "Es wäre rückständig, die Referenzzielgruppe nicht an die Realität anzupassen", begründet Dang den Schritt. "Es ist wichtig, dass die Programmmacher die Zielgruppe über 50 kennen und zu erreichen versuchen." Ab Januar sollen in einem ersten Schritt zunächst "prioritär" die Einschaltquoten für die 20- bis 59-Jährigen ausgewiesen werden, bestätigt IP Deutschland die Pläne gegenüber HORIZONT.NET. Die Werte für die bisherige Referenzzielgruppe 14-49 werden für einen Übergangszeitraum noch parallel veröffentlicht. Im Laufe des Jahres will IP dann aber komplett auf die neue Kernzielgruppe 20-59 umstellen.

Der Vermarkter der Mediengruppe RTL Deutschland weist bereits seit Ende 2010 die Einschaltquoten für die Zielgruppe 20-59 zusätzlich zu den beiden üblichen Zielgruppen der Zuschauer ab 3 Jahren und der Zuschauer von 14 bis 49 Jahren aus. Auch die Vermarkter von ARD und Tele 5 liefern ihren Kunden bereits Werte für diese Zielgruppe. Tele 5 will laut "FTD" dem Schritt von IP Deutschland folgen und ab 2013 ebenfalls auf die neue Referenzzielgruppe umstellen.

Der Hintergrund für den Sinneswandel der Privatsender liegt auf der Hand: Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Im Jahr 2018 sind bereits 46 Prozent der Deutschen über 50 Jahre alt, hat IP ausgerechnet. Nur noch 42 Prozent der Bevölkerung werden dann zwischen 14 und 49 Jahre alt sein. Den Privatsendern entwächst ihre bisherige Kernzielgruppe. "Konzentriert man sich nur auf die unter 50-Jährigen, schneidet man sich eine relativ wichtige Zielgruppe ab", erklärt Stefan Graf, Leiter Sales & Services von Tele 5 gegenüber der "FTD".

Seven-One Media will dagegen weiter an der bisherigen Referenzzielgruppe der 14- bis 49-Jährigen festhalten: "Sie ist und bleibt das Maß für die Leistung unseres Programms", zitiert die "FTD" Seven-One-Chef Thomas Wagner. Vor allem Pro Sieben würde bei einer Umstellung auf die neue Zielgruppe deutlich verlieren. Der Sender ist vor allem bei den Zuschauern von 14 bis 29 Jahren beliebt. dh
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