RTL verliert Procter & Gamble

Mittwoch, 07. November 2001
Will sich nicht erpressen lassen: Walter Neuhauser
Will sich nicht erpressen lassen: Walter Neuhauser

Im kommenden Jahr werden keine TV-Spots für Procter & Gamble-Marken wie Ariel und Pampers mehr bei RTL zu sehen sein. "Wir konnten uns nicht über die Verteilung des Volumens und die Höhe des Rabatts einigen", bestätigt Walter Neuhauser, Geschäftsführer des RTL-Vermarkters IP Deutschland. Durch den Verlust des Großkunden geht dem Sender, der im Jahr rund 1,3 Milliarden Euro netto umsetzt, ein Auftragsvolumen in Höhe von 70 Millionen Euro verloren. Dies findet Neuhauser zwar "bedauerlich". Dennoch sei der Vorgang "Ausdruck einer konsequenten Rabattpolitik".

Konkurrent Seven-One Media hat sich offenbar flexibler gezeigt. Wie Geschäftsführer Peter Christmann erklärt, habe Procter das Volumen bei der Kirch-Sender-Gruppe sogar gesteigert. Über die Höhe des Commitments schweigt er sich allerdings aus. Den Vorwurf seines IP-Kollegens, Seven-One verderbe die Preise im TV-Markt, kann Christmann nicht nachvollziehen: "Wenn wir uns gegenseitig dumpen würden, hätten wir am Ende beide weniger in der Kasse - und dies bei gleicher Leistung für die Kunden."

Procter & Gamble ist im Markt für besonders hohe Rabattforderungen von bis zu 50 Prozent bekannt. Auf der ARD, die nur 20 Minuten Werbung am Tag zu verkaufen hat, sind deshalb schon seit Jahren keine Procter-Spots mehr zu sehen. Achim Rohnke, Geschäftsführer der ARD-Werbung Sales & Services betont: "Wir können uns Procter & Gamble im TV nicht leisten, weil wir mit den Konditionsangeboten der großen Vermarkter nicht mithalten wollen."
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