RTL und Canal plus als Allianz gegen Leo Kirch

Dienstag, 06. März 2001

In Europa steht ein neuer Marktführer für Sportrechte und Sportmarketing auf der Startlinie. Die zu 67 Prozent von Bertelsmann kontrollierte RTL Group und die 49,9-prozentige Vivendi-Tochter Canal plus wollen anscheinend ihre Sportrechte-Töchter zusammenlegen. Die Verhandlungen waren in der vergangene Woche vom Vorstand der RTL Group gegenüber der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" bestätigt worden. Die RTL Group ist der größte europäische Betreiber von privaten Hörfunk- und Fernsehsendern. Deren 100- prozentige Tochter Ufa Sports, Hamburg, hat vertragliche Bindungen zu über 250 Fußball-Klubs in Europa. Darunter sind zum Beispiel in Deutschland Hertha BSC Berlin, der Hamburger SV und Borussia Dortmund. Bei der starken Komplementarität bietet sich eine Verbindung mit der Canal-plus-Tochter Sports plus an. Die Pariser Agentur hat die Übertragungsrechte von den Fußball-Ligen in Frankreich, Großbritannien, Spanien und Portugal und ist in einigen italienischen Klubs präsent.

Darüber hinaus hält Sports plus die internationalen TV- und Marketing-Rechte für alle Spiele der International Handball Federation und europaweit für die International Basketball Association. Die Kooperation von Ufa Sports und Sports plus könnte sogar in einer Fusion gipfeln. Durch die weitere Einbeziehung der französischen Sportmarketing-Firma Jean-Claude Darmon, an der Ufa Sports zu 28 Prozent beteiligt ist, entstünde dann das größte Unternehmen dieser Art in Europa. Die gesamte Gruppe käme auf mehr als eine Milliarde Mark Umsatz und würde ein erhebliches Gegengewicht zur Kirch-Gruppe darstellen.

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