RTL gibt Wintersportrechte ab

Freitag, 09. November 2007
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RTL zieht sich aus dem Wintersport zurück. Nach der Überprüfung der Verträge zwischen dem Deutschen Skiverband (DSV) und der Rechteagentur Infront und intensiven Gesprächen mit dem DSV habe man sich entschieden, das bestehende Erstzugriffsrecht (Matching Offer Right) nicht in Anspruch zu nehmen, teilt RTL mit. Zudem hat der Sender die TV-Rechte an den österreichischen Ski-Springen der Saison 2007/08 und an der Skiflug-WM 2008 wieder an den Skiverband abgetreten. RTL-Sportchef Manfred Loppe: "Nach einer nüchternen Betrachtung der damals vereinbarten Konditionen einerseits und nach Abwägung aller logistischen, produktionellen, programmlichen und vermarktungsrelevanten Faktoren andererseits haben wir unsere Entscheidung im Sinne des Skisports sehr zeitnah getroffen und danach mit allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung der TV-Frage erarbeitet." Ein weiteres Engagement von RTL sei bis zuletzt eine "Option" gewesen. Man habe aber erst sehr spät Einsicht in die Verträge zwischen dem DSV und Infront nehmen können.

Der DSV hatte bei der Neuvergabe der TV-Rechte eine Option von RTL missachtet und damit für einen juristischen Konflikt gesorgt, der ihn viel Geld kosten wird. Statt der geschätzten 12 Millionen Euro, die der Verband bislang von RTL pro Jahr erhielt, wird künftig aller Wahrscheinlichkeit nach rund die Hälfte der Summe fließen.

Vermutlich werden nun die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bei den Wintersportrechten zuschlagen. Bereits am Mittwoch hatte Thomas Gruber, Intendant des Bayerischen Rundfunks und innerhalb der ARD für die Sportrechte zuständig, im Rahmen der Medientage München angekündigt, dass die Vierschanzentournee ab diesem Jahr wieder bei ARD und ZDF zu sehen sein wird. Auch wenn die Einigung noch einer Unterschrift bedarf und weitere Details zu klären sind, spricht vieles dafür, dass die öffentlich-rechtlichen Sender auch die übrigen Wintersportevents in Deutschland ins Programm nehmen. Die Agentur Infront, die die TV-Rechte übernehmen wollte, soll lediglich die Auslandsvermarktung des Ski-Weltcup auf deutschem Boden übernehmen, heißt es. dh

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