RTL drückt auf die Kostenbremse

Mittwoch, 16. August 2006

Neu eingestellte Mitarbeiter bei RTL sollen offenbar in Zukunft länger arbeiten und bekommen weniger Gehalt. Medienberichten zufolge werden zugleich alle Abteilungen nach personellen Einsparmöglichkeiten durchkämmt. Nach einem Entwurf für einen Haustarifvertrag sollen Mitarbeiter von RTL in Zukunft 40 statt bisher 38 Stunden in der Woche arbeiten. Zudem ist geplant, Zuschläge für Mehrarbeit weitgehend abzuschaffen und neu eingestellten Mitarbeitern rund 20 Prozent weniger zu bezahlen. RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt bestätigte gegenüber der "Zeit" Gespräche mit den Tarifparteien. "Um sich den künftigen Herausforderungen stellen zu können, muss ein Unternehmen flexibel und effizient sein. Unsere Branche verändert sich gerade rasant. Deshalb hinterfragen wir Strukturen. Das Ergebnis waren bisher rund 15 betriebsbedingte Kündigungen. Diese Kollegen werden von einem fairen Sozialplan aufgefangen. Einigen davon haben wir bereits neue Jobs vermittelt", sagte Schäferkordt. Der neue Tarifvertrag wird auch Thema einer Betriebversammlung sein, die am Donnerstag, 17. August, stattfindet.

Im Mai war bekannt geworden, dass am neuen RTL-Firmensitz in Köln-Deutz, der sich zurzeit im Bau befindet, für zahlreiche Mitarbeiter keine Arbeitsplätze mehr vorgesehen sind. Offensichtlich will RTL im Zuge der Zusammenlegung der Sender RTL, Vox, Super RTL und N-TV an einem gemeinsamen Standort Synergieeffekte nutzen und weitere Arbeitsplätze abbauen. dhe

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