RTL denkt offenbar über Programmdirektor nach

Montag, 21. Mai 2012
Gibt Anke Schäferkordt Kompetenzen ab?
Gibt Anke Schäferkordt Kompetenzen ab?


Seit Mitte April ist Anke Schäferkordt nicht mehr nur Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland und Chefin des wichtigsten Senders RTL, sondern leitet gemeinsam mit Guillaume de Posch auch die gesamte RTL Group. Das sind womöglich selbst für eine bienenfleißige Managerin wie Schäferkordt ein paar Baustellen zu viel. Laut "Spiegel" gibt es daher Überlegungen, bei RTL wieder einen Programmdirektor zu installieren, um die Geschäftsführerin zu entlasten. Zur Erinnerung: Seit Anfang 2006 verantwortet Schäferkordt nicht nur die Geschäfte von RTL und der kompletten deutschen Sendergruppe, sondern auch das Programm. Der letzte RTL-Programmdirektor Frank Berners musste Ende 2005 seinen Hut nehmen. Die Leiter der einzelnen Programmbereiche berichten seitdem direkt an Schäferkordt, die bereits in ihrer Zeit als Senderchefin von Vox auch das Programm selbst verantwortete.

Der "Spiegel" spekuliert, dass die Berufung eines Programmdirektors darauf hindeutet, dass Schäferkordt die Doppelfunktion als Chefin der RTL Group und der deutschen Sendergruppe auch künftig beibehalten wird - allerdings Aufgaben abgibt.

Nach Jahren der klaren Marktführerschaft in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schwächelt RTL derzeit. Zahlreiche Quotengaranten des Senders zeigten zuletzt deutliche Abnutzungserscheinungen. Die letzte Staffel der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" erzielte die schwächsten Zuschauerzahlen seit Jahren, der Quizklassiker "Wer wird Millionär?" musste sich in den vergangenen Wochen mehrfach Sat 1 geschlagen geben und die Serienerfolge "Dr. House" und "CSI Miami" laufen demnächst aus. Im Mai liegt RTL aktuell (bis einschließlich 20. Mai) bei 15 Prozent Marktanteil - der schwächste Marktanteil seit Jahren. Bei RTL will man die Spekulationen derzeit nicht kommentieren. dh
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