RTL betrauert Champions-League-Verluste

Donnerstag, 17. Mai 2001

Trotz der Finalteilnahme von Bayern München - RTL konnte sich über den Verlauf der ablaufenden Champions-League-Saison nicht freuen. Die "Hörzu" gibt in ihrer neuen Ausgabe den Informationsdirektor des Senders, Hans Mahr, mit den Worten wieder: "Das geht um so viel Geld, da geht das Auge nicht mehr zu vor lauter Weinen." Geschätzte 100 Millionen Mark hat RTL für die Rechte bezahlt - da gewährleisten durchschnittlich 5,85 Millionen Zuschauer bei den von dem Sender übertragenen Spielen kein gutes Geschäft.

Laut der Programmzeitschrifft wollen sich Mahr und RTL nun bei der Uefa für einen anderen Modus einsetzen, der vor allem die Zahl der Gruppen- und Zwischenrundenspiele einschränke. "Der jetzige Modus und die jetzigen Kosten sind für einen Fernsehsender auf Dauer nicht tragbar", wird Mahr zitiert. Auch die Live-Übertragung von Spielen ohne deutsche Beteiligung stellt RTL offenbar zur Disposition. Mahr gegenüber "Hörzu": "Die Champions-League darf nicht durch Spiele verwässert werden, die die Leute nicht so sehr interessieren."

Dass auch ein solches Spiel, so es entscheidenden Charakter hat und spannend verläuft, Quote bringen kann, stellte das ZDF gestern erfreut fest: Durchschnittlich 6,31 Millionen Zuschauer verfolgten das englisch-spanische Uefa-Cup-Endspiel zwischen dem FC Liverpool und CD Alavés. Mit 24,7 Prozent Marktanteil erreichte das ZDF die Topquote in der Prime-Time. Während der Verlängerung des Fußball-Dramas mit dem Golden Goal für Liverpool hatten gar 7,13 Deutsche das ZDF eingeschaltet. Marktanteil: 36,6 Prozent.
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