RTL beendet Produktion von "Babyboom" und kritisiert Berliner Senat scharf

Montag, 11. März 2013
RTL hat die Produktion von "Babyboom" eingestellt
RTL hat die Produktion von "Babyboom" eingestellt


RTL hat die Produktion der Geburts-Doku "Babyboom - Willkommen im Leben" abgebrochen. Da zehn Tage nach dem vom Berliner Senat verordenten Stopp der Dreharbeiten immer noch keine Entscheidung absehbar war, sah sich der Sender gezwungen, die Produktion zu beenden. Zugleich übt RTL scharfe Kritik am Vorgehen der Berliner Gesundheitssenators Mario Czaja. Zur Erinnerung: Am 28. Februar hatte der CDU-Politiker Cjaza die Leitung des Klinikums Friedrichshain angewiesen, die Dreharbeiten bis auf weiteres zu unterbrechen. Zuvor hatten mehrere Berliner Tageszeitungen mit teilweise reißerischen Schlagzeilen ("Big Brother Kreißsaal") über die Produktion auf der Geburtsstation berichtet.

Wegen der hohen laufenden Kosten und da der Produktionsplan ohnehin bereits nicht mehr eingehalten werden kann, entschied sich der Sender nun für den Abbruch der kompletten Produktion. "Wir bedauern sehr, dass es dem Land Berlin nicht möglich war, eine Entscheidung in dem Zeitrahmen herbeizuführen, den wir für eine Fortsetzung der Produktion gebraucht hätten", teilt RTL-Sprecher Christian Körner mit. "Wir haben die Verantwortlichen darauf hingewiesen, dass sich Geburten bekanntlich nicht beliebig verschieben lassen. Auch über die erheblichen Kosten des Produktionsabbruchs ist der Senat informiert."

Eine Einladung der Produktionsfirma zu einem persönlichen Gespräch ließ der Gesundheitssenator laut RTL unbeantwortet. "Der einfache und eher gängige Grundsatz, dass man zunächst alle Seiten hören sollte, hätte eine international erfolgreiche und preisgekrönte, Dokumentation über eines der schönsten Themen der Welt ermöglicht und unnötigen Ärger verhindert", ärgert sich Körner. "Als verlässlicher Produktionsstandort hat sich Berlin im Umgang mit dieser nun gescheiterten TV-Produktion ganz sicher nicht empfohlen."

"Babyboom" basiert auf dem preisgekrönten englischen Format "One Born Every Minute", das in Großbritannien bereits in die vierte Staffel geht. Auch in Frankreich, Spanien und in den USA gibt es mittlerweile erfolgreiche Adaptionen. Bei RTL sollte die Sendung im Frühsommer ausgestrahlt werden. dh
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