RTL-Infonetwork: Mitarbeiter sind unzufrieden

Montag, 08. November 2010
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Die Mitarbeiter der RTL-Tochter Infonetwork sind laut einem "Spiegel"-Bericht hochgradig unzufrieden. Sie klagen über schlechte Bezahlung, hohen Arbeitsdruck und mangelnde Wertschätzung ihrer journalistischen Arbeit. Infonetwork beliefert die Sender der Mediengruppe RTL Deutschland unter anderem zentral mit Nachrichten. Der "Spiegel" zitiert aus einer aktuellen Mitarbeiterbefragung von Bertelsmann, der Mutter von RTL. Demnach sind nur 4 Prozent der Redakteure, die in der Infonetwork-Abteilung Newspool arbeiten, mit der Bezahlung zufrieden. Bei RTL insgesamt seien es 54 Prozent. Grund dafür ist laut Infonetwork-Geschäftsführer Michael Wulf, ein fehlendes "einheitliches Gehaltsgefüge", da die Kollegen aus unterschiedlichen Einheiten in den Nachrichtendienstleister gewechselt haben.

Jeder vierte Mitarbeiter wollte zudem nicht der Aussage zustimmen, dass ihn seine Vorgesetzten mit Respekt behandeln. Das weicht deutlich von dem Bertelsmann-internen Erwartungswert ab. Dieser liegt bei mindestens 80 Prozent und soll möglichst darüber liegen. Nur 38 Prozent der Infonetwork-Mitarbeiter halten zudem ihren Arbeitsplatz für sicher. Einen unbefristeten Vertrag hat laut "Spiegel" nur jeder zweite.

Anke Schäferkordt, die Chefin der Mediengruppe RTL Deutschland, sagte dem Nachrichtenmagazin dazu, man habe auch bei Infonetwork Strukturen verändern müssen. Von einem weit verbreiteten Unmut sei ihr jedoch nichts bekannt. Die Mediengruppe RTL hatte die Kosten 2009 im Rahmen eines konzernweiten Sparprogramms um rund 189 Millionen Euro gesenkt. Davon waren fast alle Sparten betroffen. pap
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