RTL Group will John de Mol bei RTL Nederland herauskaufen

Dienstag, 26. April 2011
John de Mol
John de Mol

Der Kauf der niederländischen Sender von Pro Sieben Sat 1 durch ein Konsortium der finnischen Sanoma Corporation und der Medienholding Talpa des Medienmilliardärs John de Mol sorgt offenbar für Verstimmung bei der RTL Group. Der Gründer des Produktionskonzerns Endemol ist auch mit 26,3 Prozent an RTL Nederland beteiligt. Diese Konstellation ist dem Mehrheitsgesellschafter von RTL Nederland, der RTL Group, Medienberichten zufolge ein Dorn im Auge. RTL-Chef Gerhard Zeiler spekuliert auf ein Verbot des Deals durch die Kartellbehörden, berichtet das "Handelsblatt". Sollten die Wettbewerbshüter keine Einwände gegen die Beteiligung von de Mol an den direkten Konkurrenten haben, will die RTL Group dem Medienunternehmer seinen Anteil an RTL Nederland abkaufen. Die TV-Gruppe besitzt eine sogenannte Call-Option, die einen Rückkauf der Beteiligung ermöglicht. Im Gegenzug würde de Mol den Hörfunksender Radio 538 zurück bekommen, den RTL vor vier Jahren übernommen hatte.

De Mol selbst sieht offenbar keine Interessenskonflikte durch die Übernahme der niederländischen Sender von Pro Sieben Sat 1, an denen er nun 33 Prozent hält. Er glaube nicht, dass ein Verkauf seiner Anteile an RTL Nederland notwendig sei. De Mol ist auch als Produzent mit den Sendern in seinem Heimatland gut im Geschäft. So produziert er unter anderem die populären Shows "The Voice" oder die Quizsendung "Ik hou van Holland" für RTL. dh
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