RTL Group spart fast 300 Millionen Euro

Dienstag, 10. November 2009
Die RTL Group tritt auf die Kostenbremse
Die RTL Group tritt auf die Kostenbremse

Dank massiver Kostenreduzierung und einem leicht anziehenden Werbemarkt im September kann die Luxemburger RTL Group ihr operatives Ergebnis im 3. Quartal um rund ein Viertel auf 92 Millionen Euro steigern. Von Januar bis September geht das Reported Ebita jedoch deutlich um 28,9 Prozent auf 410 Millionen Euro zurück. Der Umsatz sinkt im gleichen Zeitraum um 8,3 Prozent auf rund 3,7 Milliarden Euro.  Das Periodenergebnis veröffentlicht RTL nicht. Ein Indiz darauf, wie es ausgefallen ist, können eventuell die Neun-Monats-Zahlen des Mutterkonzern Bertelsmann geben, die morgen veröffentlicht werden. Der hierzulande schärfste Konkurrent Pro Sieben Sat 1 war im 3. Quartal trotz hoher Einsparungen von rund 200 Millionen Euro mit einem Verlust von 12,7 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht.

Angesichts der im insgesamt rückläufigen TV-Werbemarkt negativen Umsatzentwicklung hat die RTL Group ebenfalls massiv gespart. In den ersten drei Quartalen sanken die operativen Kosten um 289 Millionen Euro - allerdings bereinigt um Restrukturierungskosten und Einmaleffekte. Damit kompensiert RTL fast 80 Prozent des Umsatzrückgangs. Die Gruppe hofft, bis Jahresende auch noch einen Teil des Ergebnisrückgangs ausgleichen zu können. "Angesichts der weiter laufenden Sparanstrengungen, die ihren vollen Effekt noch entfalten, ist die RTL Group zuversichtlich", teilt der Konzern mit.   

Obwohl ein Großteil von den Einsparungen aus dem wichtigsten Kostenblock, dem Programm kommen dürfte, wirkt sich das Sparpgorgramm bislang nicht auf den Zuschauermarkt aus. In Deutschland holte die Mediengruppe RTL Deutschland im September und Oktober 2009 die höchsten Marktanteile seit 2004.  

Trotz des überraschend besser gelaufenen Septembers, bleibt die Bertelsmann-Tochter mit Blick auf das Gesamtjahr skeptisch. "Es gibt keine Visibilität. Die Gruppe bleibt vorsichtig", teilt das Unternehmen mit. Laut Insidern soll jedoch auch der Oktober besser gelaufen sein, als die vergangenen Monate. pap
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