RTL Deutschland pusht Ergebnis der RTL Group

Donnerstag, 10. März 2011
Zeiler ist für 2011 optimistisch, gibt aber keine konkrete Prognose
Zeiler ist für 2011 optimistisch, gibt aber keine konkrete Prognose


Nach Pro Sieben Sat 1 und Axel Springer legt nun auch Europas größter TV-Konzern RTL Group Zahlen vor. Und diese markieren wie bereits in einer Ad-Hoc-Mitteilung
Anfang Februar vermeldet, einen neuen Rekord. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) überschreitet die Milliarden-Grenze und beläuft sich auf mehr als 1,11 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss steigt von 205 Millionen Euro auf 611 Millionen Euro. Entsprechend erhöht die RTL Group mit Sitz in Luxemburg die Ausschüttung an die Anteilseigner von 3,50 Euro für 2009 auf 5 Euro pro Aktie. Haupteigentümer Bertelsmann, der erst am 29. März Zahlen für 2010 vorlegt, dürfte das freuen. Schließlich fließen dem Medienkonzern rund 700 Millionen der 774 Millionen Euro zu, die die RTL Group für 2010 ausschütten wird. Das verschafft Freiraum für Zukäufe. Bei seinem Amtsantritt 2008 hatte Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski ein ehrgeiziges Wachstumsprogramm angekündigt, das dann jäh von der Wirtschaftskrise ausgebremst worden war. Insgesamt hat die RTL Group in den vergangenen fünf Jahren 3,2 Milliarden Euro an ihre Shareholder ausgeschüttet.

Der Umsatz der RTL Group ist um 8,4 Prozent auf 5,59 Milliarden Euro gestiegen. Darin schlägt sich die schnelle konjunkturellen Erholung nieder, von der Fernsehen überproportional profitieren konnte. Für das gute Ergebnis sind zudem die Nachwirkungen des Sparprogramms von 2009 verantwortlich. Im dem Krisenjahr hatte RTL-CEO Gerhard Zeiler die Kosten um 371 Millionen Euro gesenkt.

Treiber der guten Entwicklung sind die Märkte Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien, allen voran die Mediengruppe RTL Deutschland, die traditionell den Großteil zu Umsatz und Ergebnis der RTL Group beiträgt. Das Ebita des deutschen Geschäfts, das von Anke Schäferkordt geleitet wird, ist um die Hälfte auf 551 Millionen Euro gestiegen, der Umsatz um 9,2 Prozent auf rund 1,89 Milliarden Euro. Zwar konnte auch Pro Sieben Sat 1 im vergangenen Jahr deutlich zulegen und liegt brutto in Deutschland nach Werbeerlösen sogar vorn. Netto kehren sich die Verhältnisse jedoch um. Nach Berechnungen von RTL hat der Konkurrent 2010 leicht verloren, während RTL gewinnen konnte. Demnach kommt die Mediengruppe RTL Deutschland auf 44 Prozent, Pro Sieben Sat 1 auf 41,2 Prozent Anteil an den Nettowerbeerlösen in Deutschland.

Im zweitwichtigsten Markt Frankreich sind Umsatz und Ergebnis der Group M6 ebenfalls gestiegen. Das Ebita liegt bei 245 Millionen Euro - 25,6 Prozent mehr als 2009. Der Umsatz steigt auf 1,459 Milliarden Euro, knapp 6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Deutlich zugelegt hat auch der Produktionsarm Fremantle. Der Umsatz liegt 7,5 Prozent über Vorjahr und damit bei rund 1,2 Milliarden Euro. In der Content-Produktion zu wachsen, ist ein erklärtes Ziel von Zeiler, auch durch Zukäufe. So hat Fremantle 2010 zum Beispiel Radical Media gekauft.

Seine Strategie für 2011 umreißt der CEO mit zwei Punkten: "Wir werden das Kerngeschäft weiter optimieren und wir werden das Wachstum der Gruppe steigern", so Zeiler. Mit einem Ausblick für 2011 gibt sich der Manager wie auch schon Springer-Chef Mathias Döpfner und Pro-Sieben-Sat-1-CEO Thomas Ebeling überraschend unkonkret. "Die RTL-Gruppe bleibt vorsichtig, ist aber gleichzeitig auch sehr optimistisch,was die Wachstumsperspektiven der gesamten TV-Industrie betrifft. pap
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