RTL-Chefin Schäferkordt: Deutsches Medienrecht ist veraltet

Montag, 01. November 2010
Schäferkordt fordert Werbeverbot für System-Hygiene
Schäferkordt fordert Werbeverbot für System-Hygiene

Anke Schäferkordt, Chefin der Mediengruppe RTL Deutschland, fordert eine Überarbeitung des Medienrechtes. "Das Medienrecht geht von Voraussetzungen aus, die schon lange überholt sind", sagt sie im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Vor allem mit der Online-Entwicklung halte die Gesetzgebung nicht stand. "Es muss dringend über eine gerechte Regulierung nachgedacht werden", so Schäferkordt. Sie fordert zudem eine Beschränkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. "Wir erlauben uns in Deutschland ein von Gebühren finanziertes öffentlich-rechtliches System, das es in diesem Umfang nirgendwo auf der Welt gibt", sagt sie. Der Auftrag sei jedoch im Rundfunkstaatsvertrag nicht genau genug festgelegt und müsse präzisiert werden. Schäferkordt: "Ich persönlich käme jedenfalls gut mit deutlich weniger Programm der öffentlich-rechtlichen Sender zurecht."

Die Deutschlandchefin von RTL kritisiert zudem, dass die Werbung auf ARD und ZDF nicht weiter beschränkt wird. Der aktuell verhandelte 16. Rundfunkänderungsstaatsvertrag sieht ein weitreichendes Sponsoringverbot vor, die klassischen Werbeblöcke bleiben unverändert. Aus Schäferkordts Sicht wäre ein Werbeverbot eine "Hygiene-Entscheidung" zwischen beiden Systemen. pap
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