RTL-Chef Zeiler: "Wir schlachten nicht die Kuh, die uns Milch gibt"

Mittwoch, 22. Juni 2011
Gibt wieder Geld für's Programm aus: Gerhard Zeiler
Gibt wieder Geld für's Programm aus: Gerhard Zeiler

Die RTL Group wird in diesem Jahr wieder mehr Geld in seine Sender stecken. "Wir investieren 2011 wieder verstärkt ins Programm", sagte Gerhard Zeiler, Chef der RTL Group, im Interview mit dem "Handelsblatt". Der zu Bertelsmann gehörende TV-Konzern hatte in der Werbekrise seine Programmkosten drastisch gekürzt. "Wir haben aber in Europa gespart ohne Zuschauermarktanteile zu verlieren. Dieses Ziel haben wir mit der Ausnahme eines Landes, das um 0,2 Prozent drunter lag, überall geschafft", sagt Zeiler. Einsparungen im Programm sind für die Sender riskant: Steigt die Wiederholungsquote zu stark an, besteht die Gefahr, Zuschauer zu verlieren. Daher soll nun wieder mehr Geld ins Programm fließen: "Wir schlachten nicht die Kuh, die uns Milch gibt", sagte Zeiler.

RTL ist eine der ergebnisstärksten Töchter von Bertelsmann und gilt als Milchkuh des Medienkonzerns. Vor allem in den wichtigen Märkten Deutschland, Frankreich und den Niederlanden fließt daher wieder mehr Geld ins Programm. Dabei sind Zeiler in erster Linie Eigenproduktionen wichtig: "Ich bin fest davon überzeugt, dass in der lokalen Produktion der Schlüssel zum Erfolg liegt. Je größer der Sender, desto stärker die Notwendigkeit der lokalen Produktion", ist der Chef von Europas größter Sendergruppe überzeugt.

Trotz positiver wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gibt Zeiler allerdings noch keine Entwarnung: "In einigen Ländern ist der Werbemarkt bereits wieder auf den Vorkrisen-Niveau. In Deutschland ist das aber noch nicht ganz der Fall. Deshalb müssen wir vorsichtig sein", sagte der TV-Manager. dh
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