RSH und PSR gründen Radioholding Regiocast

Mittwoch, 05. November 2003

Radio Schleswig-Holstein (RSH) aus Kiel und Radio PSR aus Leipzig gründen zum 1. Januar 2004 die gemeinsame Radioholding Regiocast. Sie hat ihren Sitz in Kiel und wird von Erwin Linnenbach geführt. Linnenbach wirkt noch bis Jahresende als Doppelchef von RSH und PSR. Danach wird er sich auf das Beteiligungsmanagement bei Regiocast konzentrieren. Die operative Leitung der operativen Geschäfte bei RSH und PSR obliegen künftig allein Axel Hose und Klaus Vorbrodt.

Die insgesamt 48 Gesellschafter von PSR und RSH übertragen ihre Anteile an die neue Dachgesellschaft. Zugleich übernimmt Regiocast die Beteiligungen, die PSR und RSH an anderen Sendern halten. Der Gesellschafterwechsel bei RSH und PSR beschäftigt auch die Medienaufsicht. Die SLR in Sachsen hat dem Deal bereits zugestimmt; die ULR in Schleswig Holstein wird sich am 7. Dezember damit befassen. Erwin Linnenbach: "Die Holding soll mittelständische Radiounternehmen in eine wirtschaftliche Einheit überführen." Sie verstehe sich als nationaler Player, der die beteiligten Einzelsender besser gegen expansive Konzerne wie RTL oder NRJ schützen kann. Regiocast will daher auch andere Sender zum Beitritt ermuntern und selbst Anteile an den Sendern erwerben.

Die Sender der Holding bleiben in der Region verwurzelt, behalten ihren Namen und sollen auch ihr operatives Geschäft eigenständig führen. Synergieeffekte sieht Linnenbach bei der technischen Verbreitung, doch will er die Größenvorteile auch nutzen, um neue Geschäftsmodelle mit der Wirtschaft zu entwickeln. Auswirkungen auf die klassische Vermarktung durch Radio Marketing Service (RMS), in der RSH und PSR Gesellschafter sind, sieht Linnenbach nicht. RMS-Chef Wilfried Sorge bekräftigt: "Ich wüsste nicht, wer außer uns dem nationalen Werbemarkt ein attraktives Angebot machen könnte." gui
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