RMS vs. AS&S Radio: Gerichtstermin verschoben

Donnerstag, 02. Mai 2013
Der Radiovermarkter klagt gegen seinen Konkurrenten AS&S
Der Radiovermarkter klagt gegen seinen Konkurrenten AS&S

Die Klage des Hamburger Radiovermarkters RMS gegen den Konkurrenten AS&S Radio kommt nicht voran. Am 4. April 2012 hatte RMS den öffentlich-rechtlichen Vermarkter vor dem Landgericht Hamburg verklagt. Die Entscheidung darüber, ob die Klage zulässig ist, sollte am 30. April diesen Jahres fallen. Aufgrund einer Erkrankung der zuständigen Richterin ist der Gerichtstermin nun jedoch auf Mitte Juni verschoben worden. RMS wirft der AS&S Radio vor, bei ihrer 2009 eingeführten Deutschland-Kombi Dumping zu betreiben. Die Sender der Kombi haben neben den vermarktbaren 14- bis 49-Jährigen, für die auch die Preise aufgerufen werden, einen hohen Anteil an Hörern aus der Altersgruppe 50 plus. In der aktuellen MA 2013 Radio I zählt die Kombi 5,37 Millionen Hörer im Alter zwischen 14 und 49 Jahren, aber insgesamt 11,34 Millionen Hörer - also fast 6 Millionen Hörer, die nicht abgerechnet werden, aber trotzdem einschalten.

Oliver Adrian, Geschäftsführer der AS&S Radio hat sich Ende September 2012 im Interview mit HORIZONT deutlich anhand eines Beispiels gegen den Dumping-Vorwurf gewehrt. Ein Sender mit rund 780.000 Hörer insgesamt, davon knapp 100.000 im Alter von 14 bis 49 Jahre, sei weitgehend werbefrei gewesen, bevor er in die Deutschland-Kombi kam. "Nun werden aber wenigstens die 100.000 Hörer verkauft. Warum soll das Dumping sein? Wir vermarkten nur das Inventar, das wir haben, bestmöglich - und das sind eben nicht die 680.000 im Alter 50 plus, so gerne ich das auch hätte."

RMS kritisiert den mit der Kombi einhergehenden Preisverfall in den älteren Zielgruppen und stützt sich dabei auf ein Gutachten des Münsteraner Rechtsprofessors Bernd Holznagel von 2010. Inhaltlich hat sich das Gericht jedoch noch gar nicht mit dem Dumping-Vorwurf auseinandergesetzt. Bislang geht es nur darum, herauszufinden, ob die Klage im Rahmen dessen, was der Rundfunkstaatsvertrag vorsieht, überhaupt zulässig ist. pap
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