RMS führt disproportionale Preise ein

Donnerstag, 08. September 2011
RMS-Chef Ruckert führt disproportionale Preise ein
RMS-Chef Ruckert führt disproportionale Preise ein

Keine zwei Wochen nachdem der neue RMS-Chef Florian Ruckert im HORIZONT-Interview den Preisverfall bei älteren Zielgruppen angeprangert hat, legt er mit dem nächsten Thema nach: Der Hamburger Radiovermarkter ändert seine Preisstruktur und führt disproportionale Preise ein, kündigt Ruckert gegenüber HORIZONT an. Je länger ein Werbespot dauert, umso niedriger wird künftig der Sekundenpreis. Im Gegenzug verteuern sich kurze Commercials. Die Logik, nach der im Print- und TV-Bereich schon lange abgerechnet wird, ist im Radio ein Novum. Entsprechend dürfte es für den Schritt nicht nur Zustimmung im Markt geben. Für Ruckert ist dies jedoch ein erster interner Achtungserfolg. Denn der Manager, der am 1. Juli 2011 den Vorstandsvorsitz bei Radio Marketing Service (RMS) in Hamburg angetreten hat, kann eine solche weitgreifende Veränderung in der Preisstruktur nicht allein umsetzen. Die 16 Gesellschafter des nationalen Privatradiovermarkters müssen das neue Modell mittragen - und viel Zeit, um den notwendigen Konsens herzustellen, ist Ruckert und dem ebenfalls neuen Verkaufsgeschäftsführer Alexander Sempf nicht geblieben. Doch die Gesellschafter haben sich schnell geeinigt und werden mit der Veröffentlichung der neuen Preislisten am 14. September in der regionalen Vermarktung ebenfalls mit disproportionalen Preisen antreten.

Als Maßnahme, um die Preise der RMS insgesamt zu steigern, will Ruckert die Entscheidung nicht verstanden wissen. "Die durchschnittliche Preissteigerung wird sich im Rahmen der konjunkturellen Inflation bewegen", sagt er. Kein Wunder - in der für die Preisbildung maßgeblichen Media-Analyse 2011 Radio II hatte die RMS Superkombi die Marktführerschaft bei den 14- bis 49-Jährigen an die AS&S Radio Deutschland-Kombi abgeben müssen.

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Mehr zum neuen Preismodell lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 36/2011 vom 8. September 2011

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Um nicht auf allzu viel Widerstand im Markt, vor allem bei den Agenturen, zu stoßen, wird der 20-Sekünder im ersten Schritt nur leicht teurer. Der "RMS Spotlängenbonus" im Einzelnen: Spots zwischen 25 bis 34 Sekunden sind mit einem Index von 100 die Benchmark, bei den 1- bis 15-Sekündern liegen die Preise um 7 Prozent höher, bei den 16- bis 24-Sekündern um 3 Prozent. Ein Index von 97 und damit ein Bonus von 3 Prozent gilt dagegen bei allen Spots, die länger dauern als 35 Sekunden. Bei Tandem- und Tridemspots gilt als Maßstab die Länge des Hauptspots. Auch die kürzeren Spots werden dann in der Regel zu einem günstigeren Index berechnet. pap
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