RBB trennt sich von Moderator Ken Jebsen

Donnerstag, 24. November 2011
EX-RBB-Moderator Ken Jebsen (Bild: RBB / Stefan Wieland)
EX-RBB-Moderator Ken Jebsen (Bild: RBB / Stefan Wieland)

Zu viel ist zu viel: Der RBB trennt sich von seinem umstrittenen Moderator Ken Jebsen. Der 45-Jährige hatte vor wenigen Wochen mit absurden Theorien zum Holocaust für Gesprächsstoff gesorgt. Offiziell zieht der Sender die Reißleine jedoch aus anderen Gründen. Mit Jebsen muss zudem Jugendprogrammchef Stefan Warmbeck gehen. Programmdirektorin Claudia Nothelle hatte Jebsen - unter anderem hatte der Moderator in einer E-Mail an einen Hörer den Völkermord an den Juden im Dritten Reich als PR bezeichnet - zunächst gegen Antisemtismus-Vorwürfe in Schutz genommen. Wenige Tage nach Veröffentlichung der umstrittenen E-Mail durch den Publizisten Henryk M. Broder bezeichnete der RBB die Vorwürfe gegen Jebsen als unbegründet. "Allerdings mussten wir feststellen, dass zahlreiche seiner Beiträge nicht den journalistischen Standards des RBB entsprachen", so Nothelle. "Daraufhin haben wir mit ihm verbindliche Vereinbarungen über die Gestaltung der Sendung 'KenFM' getroffen. Diese hat er wiederholt nicht eingehalten. Wir bedauern das und müssen auf seine Mitarbeit künftig verzichten."

Jebsen ist jedoch nicht der einzige, der über die Affäre stolpert. Mit ihm geht auch Stefan Warmbeck, Programmverantwortlicher für das RBB-Jugendprogramm "Fritz" und damit auch für "KenFM". Der 45-Jährige geht offiziell auf eigenen Wunsch. Er sehe sich nicht mehr in der Lage, das Programm angemessen zu leiten, teilte der Sender mit.

Dieser Schritt dürfte jedoch auf erheblichen Druck aus der Programmdirektion erfolgt sein. Wie Nothelle in einem Interview mit der "Berliner Morgenpost" am vorvergangenen Samstag sagte, seien die Auslassungen Jebsens auch aufgrund mangelhafter interner Kontrolle möglich gewesen: "Mein Problem ist, dass dies offenkundig einige Wochen lang geschehen konnte, ohne dass die Programmverantwortlichen eingeschritten sind – jenseits des Antisemitismus-Vorwurfs, der auf einer ganz anderen Ebene liegt. Das ist ein redaktionelles Versäumnis."

Jebsen selbst gibt derweil in einer in süffisantem Tonfall gehaltenen "Stellungnahme" auf seiner Facebook-Seite die verfolgte Unschuld. Er habe soeben "aus der Presse" erfahren, das seine Tätigkeit beim RBB beendet sei. ire
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