RBB entwickelt Notfallplan angesichts drohender Gebührenrückgänge

Freitag, 30. April 2010
Intendantin Reim spielt Szenarien durch
Intendantin Reim spielt Szenarien durch

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg bereitet sich langfristig auf deutlich sinkende Gebührenerträge vor. So hat die interne Strategiegruppe Zukunft RBB in den vergangenen Monaten mehrere Szenarien entwickelt, wie der öffentlich-rechtliche Sender auf die Entwicklung reagieren kann. Die Modelle der Arbeitsgruppe sollen in den kommenden Wochen berechnet werden, um somit genauer die nötigen Programmreduzierungen und Einsparungen in den Bereichen Produktion, Personal und Verwaltung zu prognostizieren. Das Ergebnis wird auf der Rundfunkratsitzung Ende Juni präsentiert. Intendantin Dagmar Reim gibt jedoch Entwarnung, dass bereits zeitnah Konsequenzen gezogen werden. Die Modelle seien langfristig angelegt. "Programmeinschnitte stehen nicht unmittelbar bevor. Dennoch gebietet es seriöse Unternehmensführung, sich heute darauf vorzubereiten, dass es innerhalb von zehn Jahren tatsächlich zu diesem Gebühreneinbruch kommen könnte. Die Modelle der Strategiegruppe sind eine theoretische Berechnungsgrundlage. Wir können im Bedarfsfall daraus konkrete Schritte ableiten, die wir dann mit den Gremien erörtern werden."

Boudgoust rechnet bis 2020 mit 15 Prozent weniger Einnahmen
Boudgoust rechnet bis 2020 mit 15 Prozent weniger Einnahmen
Die Grundlage der Überlegungen ist die Prognose des ARD-Vorsitzenden Peter Boudgoust, nach der die ARD bis zum Jahr 2020 mit 15 Prozent weniger Einnahmen auskommen muss. Von den ARD-Sendern gehört der RBB ohnehin traditionell zu den finanziell Schwächeren, da in dem Sendegebiet überdurchschnittlich viele Zuschauer von der Rundfunkgebühr befreit sind. Bereits Mitte 2008 wurde für die Gebührenperiode bis 2012 ein strukturelles Defizit von 54 Millinen Euro errechnet. bn
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