Puma: Marketingchef Bertone geht / CEO Koch stellt neues Geschäftsmodell vor

Donnerstag, 26. Juli 2012
Verlässt Puma nach 18 Jahren: Antonio Bertone, globaler Chief Marketing Officer
Verlässt Puma nach 18 Jahren: Antonio Bertone, globaler Chief Marketing Officer

Die vorläufigen Quartalszahlen vergangene Woche hatten es bereits gezeigt: Puma ist aus dem Tritt gekommen. Am Donnerstag, zur Bekanntgabe der offiziellen Bilanz des ersten Halbjahres 2012, konkretisiert CEO Franz Koch seine Transformationspläne und gibt die Einführung eines neuen regionalen Geschäftsmodells bekannt. Und mitten in dem Trubel überrascht Puma mit einer bedeutenden Personalveränderung. Zwei Topmanager werden das Unternehmen zum Jahresende verlassen: Antonio Bertone, weltweiter Marketingchef, sowie Chief Operating Officer Klaus Bauer. Die Nachrichten kamen überraschend: Antonio Bertone, globaler Chief Marketing Officer, wird Puma verlassen. Der 39-Jährige werde nach 18 Jahren bei den Herzogenaurachern eine neue berufliche Herausforderung annehmen. Er stehe jedoch auch nach seinem Weggang dem Unternehmen projektbezogen "in beratender Funktion zur Verfügung." Auch Klaus Bauer, 57, bislang COO, kehrt Puma den Rücken zu - aufgrund "seiner persönlichen Lebensplanung", wie es heißt. Bauer war zuständig für Finanzen, Recht, Personal, IT und Logistik. Sein Nachfolger wird Michael Lämmermann, derzeit noch Geschäftsbereichsleiter Finanzen.

Angesichts der schwachen Quartalszahlen forciert Puma seinen Umbau. Es soll der größte seit 1993 sein, so Koch in der Pressekonferenz. Ein neues Modell soll helfen, die Struktur des Konzerns zu vereinfachen und Kosten zu sparen. Die Organisationseinheiten in Form von 23 Ländern sollen auf sieben reduziert werden. Dies betrifft in erster Linie Verwaltungsfunktionen, um Vertrieb und Marketing sollen sich die einzelnen Länder auch künftig einzeln kümmern. Das Modell soll nach Europa in den übrigen Regionen eingeführt werden. Außerdem will Puma "unrentable Geschäfte" schließen. Wie viele und in welchem Umfang die Pläne Stellenstreichungen nach sich ziehen, dazu wollte CEO Koch keine Angaben machen.

Als weitere Sparmaßnahme gibt Puma die Ausdünnung seines Produktportfolios bekannt sowie die Stärkung globaler und regionaler Kollektionen. Produktlinien, die speziell für einzelne Märkte kreiert wurden, sollen deutlich verkleinert werden. Auch an seinem Sponsoringengagement feilt Puma. Nicht wirtschaftliche Verträge sollen beendet werden. Welche genau, verrät das Unternehmen nicht.

Zusätzlich zu den bereits veröffentlichten Zahlen gab Puma bekannt, dass die operativen Aufwendungen - im Wesentlichen für Marketinginitiativen im Sportjahr 2012 sowie Investitionen in Design, Forschung und Entwicklung - bislang mit rund 650 Millionen Euro zu Buche geschlagen haben (plus 12,3 Prozent). jm
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