Publishing-Gipfel: Redaktionen brauchen Freiraum

Donnerstag, 20. Oktober 2011
"Neon"-Chefredakteur Michael Ebert
"Neon"-Chefredakteur Michael Ebert

Dass Zeitungen und Zeitschriften nicht tot sind, das versicherten sich auch in diesem Jahr die Diskutanten auf dem Publishing-Gipfel, der den Print-Gipfel auf den Medientagen München ablöst. Freiraum scheint das zu sein, was die Redaktionen brauchen, um zukunftsfähige Produkte zu entwickeln. Denn: "Natürlich lesen die jungen Leute noch, wenn man ihnen ernsthafte Angebote gibt", sagt Michael Ebert, Chefredakteur von "Neon". Für Philipp Welte, Vorstand Verlage, Vermarktung, Vertrieb, Hubert Burda Media, liegt die Zukunft der Verlage denn auch unverändert in der Innovation und Investition in Print. "Kreativität ist der Schlüssel zum Erfolg für Verlage", sagte er. "Wir entwickeln jedes Jahr neue Zeitschriften, Zeitschriften für junge Menschen". Ein Beispiel dafür sei die - schon 1999 gelaunchte - "Instyle", die auch heute noch als eines der Erfolgkonzepte gilt, um junge Leserinnen zu erreichen.

Auch die dieses Jahr gestartete "Cover" sei ein gutes Beispiel für journalistisch erfolgreiche Produkte. Zu den seit Monaten kursierenden Gerüchten, Burda könnte einen Neustart in Deutschland von "Harper's Bazar" wagen, sagte Welte: "Das könnte gut zu uns passen".

Für "Neon"-Chefredakteur Ebert war entscheidend, dass Gruner + Jahr dem Team genug Freiraum für die Entwicklung gegeben hat. Er uns sein Team konnten sechs Monate in München an dem Magazin werkeln und bekamen nur zwei Mal Besuch aus Hamburg. Mit einem General-Interest-Titel für Frauen und Männer im Alter von 20 bis 35 habe man sich das schwerste Segment ausgesucht - und trotzdem Erfolg gehabt.

Auch andere Titel wie "Landlust", "Intouch", "Grazia" und "Elf Freunde" würden zeigen, dass noch Platz ist. "Was diese Magazine eint, ist, dass ihre Macher genau erklären können, was sie da machen", sagte Ebert.

Auch für Zeitungen ist noch genügend Raum. Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), gibt es noch Potenzial bei den stets avisierten Jüngeren, aber auch bei Frauen - und zwar in Print. "Ich glaube, dass man Hintergrund auch im Tagesrhythmus braucht und auch in gedruckter Form", sagte er. pap
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