Publikumszeitschriften erhöhen Werbepreise um 2,1 Prozent

Montag, 01. September 2008
Holger Busch, Geschäftsführer Marketing, begründet Erhöhung mit gestiegenen Rohstoffpreisen
Holger Busch, Geschäftsführer Marketing, begründet Erhöhung mit gestiegenen Rohstoffpreisen

Die Anzeigenpreise der Zeitschriften steigen im kommenden Jahr um durchschnittlich 2,1 Prozent. Dies geht aus der Übersicht hervor, die der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am heutigen Montag veröffentlicht. Basis sind die Bruttopreise für ganzseitige, vierfarbige Anzeigen von rund 600 Publikumszeitschriften. Mit dieser „moderaten“ Anpassung bewege sich die Preisentwicklung „unterhalb der aktuellen, allgemeinen Teuerungsrate von 3,1 Prozent“, so der VDZ. Bei „weitgehend stabilen Leistungsdaten“ gehe die Erhöhung im Wesentlichen auf die gestiegenen Rohstoffpreise auf dem Papierweltmarkt, die gestiegenen Energiekosten und die allgemeine Kostenentwicklung zurück, so der Verband in Berlin. „Die massive weltweite Nachfrage nach Rohstoffen macht sich mittlerweile auch in der Verlagsbranche bemerkbar“, sagt Holger Busch, Geschäftsführer Marketing und Anzeigen im VDZ. Vor diesem Hintergrund sei die „zurückhaltende Anpassung der Anzeigenpreise ein wichtiges Signal für die werbungtreibende Wirtschaft für die Planung ihrer Mediabudgets“, so Busch.

Bei 244 der 603 erfassten Titeln bleiben die Preise für Vierfarbanzeigen gegenüber dem Vorjahr unverändert oder werden reduziert, bei knapp 60 Prozent der Zeitschriften erhöhen sich die Preise. Nachdem einzelne Verlage 2007 saisonal differenzierte Anzeigenpreise eingeführt haben, wird es auch im kommenden Jahr bei 134 Titeln (2008: 160) nachfrageorientierte Saisontarife geben. Darüber hinaus stellt der VDZ eine weitere Angleichung der Preise von Farb- und Schwarz-Weiß-Anzeigen fest. Fast 90 Prozent der Anzeigen seien mittlerweile vierfarbig.

Der „Spiegel“ erhöht seinen durchschnittlichen Vierfarb-Seitenpreis um 3,8 Prozent auf 55.418 Euro, der „Stern“ schlägt um 3,9 Prozent auf nunmehr 54.858 Euro auf und „Focus“ erhöht um 3,6 Prozent auf 47.594 Euro. Eine 1/1-Seite in der „Bild am Sonntag“ kostet künftig 71.930 Euro (plus 2,9 Prozent). Nur wenige Titel senken 2009 ihre Preise, darunter „TV Guide“, „Frau im Spiegel“ und „Bravo Screenfun“. Allerdings legen vor allem etliche Frauen- und Jugendzeitschriften im kommenden Jahr eine Nullrunde ein oder erhöhen nur mit homöopathischen Raten. Die kompletten Tarifinformationen aus den Preislisten 2009 – also auch die Monatspreise und damit die saisonalen Spreizungen – veröffentlicht der VDZ erst Anfang Oktober.
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