Publikumsverlage hegen Kartellverdacht gegen Rabattpolitik des TV-Duopols

Donnerstag, 08. März 2012
Die Rabattpolitik der TV-Vermarkter steht wieder unter Beobachtung
Die Rabattpolitik der TV-Vermarkter steht wieder unter Beobachtung


Seit Wochen sorgen die beiden großen TV-Sendergruppen mit ihrer Konditionspolitik bei den Werbepreisen für Aufruhr im Lager ihrer Print-Konkurrenten. Denn glaubt man den Stimmen aus Agenturen und Verlagen, setzen IP Deutschland und Seven-One Media, die Vermarkter der Fernsehkonzerne Mediengruppe RTL und Pro Sieben Sat 1, ihre so genannten Intermedia-Rabatte so aggressiv ein wie noch nie - und so im Gleichschritt wie noch nie. Letzterer Verdacht dient den Verlagen nun als Anlass, die Rabattpraxis der TV-Sender kartellrechtlich zu untersuchen. So sammeln die Juristen etlicher Publikumsverlage nach HORIZONT-Informationen derzeit Erkenntnisse über die Rabattpraxis der TV-Konzerne. Die Print-Häuser prüfen, inwieweit die - bisher nur vermutete - Konstruktion der TV-Werbekonditionen wettbewerbsrechtlich kritisch sein könnte. Das Thema soll offenbar bald im Rechtsausschuss des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), in dem die Justitiare der Verlage sitzen, erörtert werden. In einem nächsten Schritt könnte die Causa beim Bundeskartellamt vorgetragen werden.

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IP und Seven-One hatten bereits in der Vergangenheit wegen ihrer Rabattpolitik Ärger mit dem Bundeskartellamt. Ende 2007 hatten die Wettbewerbshüter den beiden großen Vermarktern hohe Strafen wegen der Ausnutzung ihrer marktbeherrschenden Stellung aufgebrummt. Seven-One Media musste 120 Millionen Euro bezahlen, IP Deutschland 96 Millionen Euro. Im Gegenzug wurde ein drohendes Kartellverfahren eingestellt. Damals ging es allerdings ausschließlich um den TV-Werbemarkt. rp
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