Publicis will Digitalagentur LBi für mehr als 400 Millionen Euro kaufen

Freitag, 21. September 2012
Publicis-Chef Maurice Lévy macht noch einmal die Schatulle auf
Publicis-Chef Maurice Lévy macht noch einmal die Schatulle auf

Die französische Publicis-Holding bleibt in Kauflaune - vor allem, wenn es um das digitale Geschäft geht. Der Werbekonzern hat angekündigt, die Digitalagentur LBi zu übernehmen. Für die an der Amsterdamer Börse gelistete Firma, die zuletzt einen Umsatz von 196 Millionen Euro und ein Ebitda von 32 Millionen Euro erzielte, bietet CEO Maurice Lévy einen Kaufpreis von 416 Millionen Euro - oder 2,85 Euro pro Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von knapp 40 Prozent auf den durchschnittlichen Kurs der letzten zwölf Monate. Zuletzt wurde die US-Holding Omnicom als heißester Interessent für LBi gehandelt. Presseberichten zufolge hat die Muttergesellschaft von Agenturen wie BBDO, DDB und TBWA aber Abstand von dem Deal genommen, weil er ihr zu teuer gewesen sein soll. LBi hat seinen Schwerpunkt in Europa und ist mit insgesamt 2200 Mitarbeitern in 16 Ländern vertreten. Zu den Kunden zählen Coca-Cola, Johnson & Johnson, Volvo, Carlsberg und Ikea.

Die Gruppe ist in ihrer heutigen Form 2006 aus der Fusion von LB Icon mit der schwedischen Agentur Framfab hervorgegangen. Später kam unter anderem der Suchmaschinenmarketing-Spezialist Bigmouthmedia hinzu. In Deutschland gehört auch die Design- und Brandingagentur Meta Design zum Portfolio der Gruppe. Die internationale Führung von LBi um CEO Luke Taylor unterstützt das Kaufangebot und empfiehlt es ihren Aktionären zu Annahme. Der Deal soll bis Ende des Jahres über die Bühne gehen.

Mit der Übernahme von LBi setzt Publicis seinen Kurs fort, im Digitalbereich aufzurüsten. Inklusive LBi erhöht sich der Umsatzanteil aus diesem Bereich auf 35 Prozent des Konzernumsatzes. Die französische Holding hatte in den letzten Jahren bereits Agenturen wie Digitas, Razorfish und Rosetta übernommen. In Deutschland kaufte man Pixelpark. mam    
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