Public Viewing: Über 12 Millionen Zuschauer sahen Deutschland-Spiel außer Haus

Donnerstag, 17. Juni 2010
Public Viewing verfälscht erneut die offiziellen TV-Quoten
Public Viewing verfälscht erneut die offiziellen TV-Quoten

Public Viewing beeinflusst die Einschaltquoten bei der Fußball-WM erneut in erheblichem Maße. Auch wenn das Phänomen bei der WM in Südafrika wohl nicht so stark ausgeprägt sein dürfte wie bei der WM 2006 in Deutschland, dürften die gemessenen Einschaltquoten auch in diesem Jahr deutlich von den tatsächlichen Zuschauerzahlen abweichen. Laut einer Umfrage des ZDF haben 12,05 Millionen Fußball-Fans das Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Australien nicht auf der heimischen Couch verfolgt, sondern bei Freunden, in der Kneipe oder auf öffentlichen Großleindwänden. Davon kann die AGF/GfK, die die Zuschauerzahlen im Auftrag der Fernsehsender misst, nur einen Teil korrekt erfassen, nämlich die sogenannte Gästenutzung: Wer nicht zu Hause Fernsehen schaut, sondern bei Freunden, wird erfasst. Die TV-Nutzung im öffentlichen Raum, beispielsweise in Gaststätten, in Hotels oder beim Public Viewing, fällt dagegen unter den Tisch. 

Bei der WM 2006 in Deutschland hatte Public Viewing teilweise einen erheblichen Anteil an der TV-Nutzung. Nach einer Umfrage des RTL-Vermarkters IP Deutschland sahen vor vier Jahren bis zu 18 Prozent der Zuschauer von 14 bis 49 Jahren die Spiele außer Haus. Dadurch lagen die gemessenen Zuschauerzahlen um bis zu 1,5 Millionen Zuschauer pro Spiel unter den tatsächlichen Zahlen. dh
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