Pubbles: Geschäftsführer Bernhard Mischke verlässt Onlinekiosk / Kampagne gestoppt

Donnerstag, 06. Oktober 2011
Bernhard Mischke verlässt Pubbles in Richtung Thalia
Bernhard Mischke verlässt Pubbles in Richtung Thalia

Bei Pubbles, dem vor dem Start vor einem Jahr groß gedachten Onlinekiosk von Europas größtem Medienkonzern Bertelsmann, mehren sich die Zeichen für einen Rückzug auf Raten - zumindest, was das langfristige Involvement bisheriger Protagonisten und die Zukunft der Marke "Pubbles" angeht. So wird Pubbles-Geschäftsführer Bernhard Mischke nach Informationen von HORIZONT.NET das Unternehmen verlassen; er wechselt angeblich zum Wettbewerber Thalia nach Berlin. Eine Pubbles-Sprecherin sowie Mischke selber wollten dies auf Anfrage nicht kommentieren. Zur Erinnerung: Bertelsmann will 50 Prozent seines Onlinekiosks an die in München ansässige Buchhandelsgruppe Weltbild verkaufen. Dies hatte HORIZONT.NET Ende August gemeldet; alle Beteiligten wollten das bislang nicht kommentieren. Offenbar sollen bei Bertelsmann selbst sowie bei seiner Zeitschriftensparte Gruner + Jahr über deren Tochter Deutscher Pressevertrieb (DPV) je 25 Prozent der Anteile von Pubbles verbleiben. Bisher halten Bertelsmann und G+J/DPV je 50 Prozent der Anteile. Den Weltbild-Deal könnte Mischke noch begleiten - und dann das Unternehmen verlassen.

Außerdem soll die immer wieder angekündigte Endverbraucherkampagne für die Marke Pubbles, kreiert von der Hamburger Agentur Kolle Rebbe, abermals verschoben werden - oder vielleicht ganz ausfallen. Ursprünglich wollte Bertelsmann (RTL, G+J) mit einer breit angelegten Kampagne schon zum Start Ende 2010 für Pubbles trommeln. Dies wurde um ein Jahr verschoben - weil die Verbreitung der Tablet-Geräte hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Vor zwei Monaten hat Geschäftsführer Mischke dann verkündet, nun zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft 2011 mit der Endverbraucherwerbung zu starten. Doch auch dazu wird es nach Informationen von HORIZONT.NET nicht kommen.

Offenbar will Bertelsmann vor dem Weltbild-Deal kein B-to-C-Werbebudget mehr in Pubbles investieren. Die wahrscheinliche Zukunft des einst ambitionierten Projekts: Weltbild, einer der größten Internet-, Buch- und Medienhändler, nutzt die Pubbles-Technik für den Vertrieb von E-Books, erweitert um Presseverkauf. Und Bertelsmann/G+J verdienen über den Verkaufserlös sowie dann als Gesellschafter einen Teil ihrer Investitionen zurück und erhalten vom Portal Weltbild.de (nach eigenen Angaben bis zu 5,2 Millionen Kunden monatlich) Traffic und Kundenkontakte fürs eigene Geschäft. In welchem Ausmaß die Marke "Pubbles" dann noch auftaucht, ist bisher unklar. rp
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